Mercedes macht Musik

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Die Daimler AG legt den Rückwärtsgang ein, um die peinliche Zwielichtzone von Second Life zu verlassen. Jetzt suchen die schwäbischen Schlaumeier neues Glück im Web mit Musik-Downloads, um endlich eine jüngere Generation zu locken.

Als die Firma in einem früheren Leben noch DaimlerChrysler hieß, hatte sie sich mit dem virtuellen Benz im zweiten Leben niedergelassen und dort mit einer Teststrecke für Autos gespielt. Allein, die Millionen von kauffreudigen Besuchern wollten nicht kommen. Wie auch andere bekannte Firmen – darunter Dell, Adidas und die Deutsche Post AG – verlässt Daimler die Zweitwelt nun wieder. Nicht einmal mehr laut darüber reden will man inzwischen bei Daimler. Statt den Rückzug offiziell zu verkünden, murmelte eine Sprecherin etwas wie, man habe genug Erfahrungen gesammelt auf der Social-Networking-Plattform. Nein, das sei kein Eingeständnis, dass die Investitionen als Misserfolg zu werten seien. Und vielleicht sogar später mal wieder …

Frisches Spiel, neuer Hype. Jetzt fährt der Benz in eine eigene Web-Show. Musik soll im Mittelpunkt stehen, nicht die Karossen der S-Klasse. Die Firma hofft damit, die „Kunden von morgen“ zu erreichen, die in Zukunft die Marke Mercedes-Benz irgendwie mit „hip“ verbinden sollen.

Für hip hält man bei Daimler unter anderem Jennifer Lopez und Mark Ronson, deren Videoclips letzten Monat in einem monatlichen „Mixed Tape Music Magazine“ herausgestellt wurden. In einer deutschen Version gab es das unter mäßiger Anteilnahme der Öffentlichkeit wohl schon länger, wurde zwischendurch abgebrochen und jetzt wieder angeschoben. Mercedes will damit offenbar auch den US-Markt überrollen, wie das überraschte Wall Street Journal berichtet.

Zu jeder Ausgabe von Mixed Tape bietet Mercedes-Benz.tv zehn Musiktitel zum kostenlosen Download im MP3-Format an. Künstler, die mit Mercedes auf der Straße des Ruhms fahren wollen, werden um den Upload von Demos gebeten.

(bk)

Mercedes-Benz.tv (durchklicken zu Mixed Tape / MP3-Download

Wall Street Journal

Computerwoche

Inquirer: Deutsche Firmen rasen durch Second Life