AMD ist „nicht mehr im Takt von Moores Gesetz“

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Ein Analyst senkt den Daumen und stuft AMD als „Underperformer“ ein – hinter den Erwartungen zurückgelieben. Er rechnet damit, dass der Chiphersteller in den nächsten Wochen Produktionsbereiche ausgliedern wird.

In der Sprache der Analysten heißt underperform, nicht gleich um jeden Preis alles abstoßen, aber immer schön vorsichtig sein. Dieses Urteil von Hans Mosesmann, Finanzanalyst bei Raymond James Research, dürfte auf Informationsgesprächen mit AMD während der CeBIT beruhen.

Er nimmt an, dass AMD schon in den nächsten Wochen Produktionsbereiche abspaltet. Das könnte Teil des bisher nur vage enthüllten asset light-Plans sein, der außerdem tonnenweise Bargeld von Investoren in die Kassen der Firma spülen soll. Sofern überhaupt noch so leicht Geld zu finden ist, seit die Finanzinstitute nicht mehr verbergen können, dass sie zu viel Geld an die falschen Leute verliehen haben, die es nicht zurückzahlen können.

Mosesmann zufolge hat sich AMD selbst in die Ecke manövriert, als die Firma noch für dieses Jahr den Einstieg in die 45-Nanometer-Technik versprach. AMD verspreche nur und könne nicht liefern. Der Schaden sei bereits irreparabel. AMD könne die CPUs nicht mehr zu einem Preis verkaufen, der die Finanzierung von Forschung und Entwicklung sichere, um gegenüber Intel aufholen zu können. Während die AMD-Insider schon glücklich mit der Einführung der 65-nm-Technik seien, bringe das nicht die erwartete Geschwindigkeit.

Die Schlussfolgerungen dieses Mannes dürften AMD überhaupt nicht gefallen. Wie Mike Magee als Gastautor des britischen Inquirer schreibt, zieht es AMD in diesen Tagen vor, nicht auf die drängenden Fragen kritischer Journalisten zu antworten. Sondern füttert besonders gefällige Schreiber mit vorgekauten Informationen, um Veröffentlichungen zu bekommen, die die Stimmungslage der Aktionäre aufhellen könnten.

(von Mike Magee/bk)

The Inquirer UK

Wikipedia: Mooresches Gesetz