Ubisoft, Tom Clancy und der Kampf um seinen Namen

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Wo Tom Clancy drauf steht, ist nicht unbedingt Tom Clancy drin. Das kann zu Enttäuschungen führen.

Ich gestehe, ich habe ernsthaft vesucht, einen Roman zu lesen, der irgendwie mit Tom Clancy zu tun zu haben schien, „Breaking Point“ aus der Netforce-Serie. „Tom Clancy’s Netforce“ stand ganz groß auf dem Titel. Ganz unten und viel kleiner war zu lesen: „Created by Tom Clancy and Steve Pieczenik“. Es war nicht nur die übliche hanebüchene Geschichte um eine seltsame High-Tech-Waffe, die am anderen Ende der Welt eine Massenpsychose hervorrufen kann, sondern auch noch so was von schlecht und langweilig geschrieben. Nach der knappen Hälfte flog dieser Roman in die Ecke.

So ähnlich könnte es auch den Käufern künftiger Tom-Clancy-Spiele ergehen. Denn für geschätzte 100 Millionen $ hat sich Ubisoft den Namen Tom Clancy gekauft. Das heißt im Klartext, Ubisoft kann unter dem Namen des einstmals renommierten Thrillerautors an Videospielen herausbringen, was ihnen eben so einfällt. Und das soll auch für alle damit zusammenhängenden Produkte gelten einschließlich Filmen, Büchern und Merchandising-Produkten.

Gleichzeitig kämpft der Autor noch an einer anderen Front um seinen eigenen Namen, nämlich mit seiner Ex-Frau und vor Gericht. Mit Wanda T. King zusammen hatte er die Firma Jack Ryan Limited Partnership gegründet, die die Rechte für die Romanserie „Tom Clancy’s Op-Center“ vergab. Auf denen natürlich groß Tom Clancy stand, die aber nicht von ihm geschrieben wurden. Von diesen Romanen wollte Clancy nun seinen immer noch millionenschweren Namen abziehen, seine Ex hingegen möchte weiter für seinen Namen mitkassieren. Die Verhandlung des Gerichtsthrillers ist für den 4. April anberaumt.

(bk)

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