AMD dementiert: Bis heute noch keine Kündigungswelle, aber …

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Der INQUIRER-Bericht über eine anlaufende Kündigungswelle bei AMD sorgt international für Aufsehen. Während die deutsche Niederlassung des Chipherstellers kalt erwischt wurde und in Serie dementierte, hört sich das bei AMD in den USA schon ganz anders an.

Auch zahlreiche deutsche Publikationen griffen die Inquirer-Exklusivmeldung auf, und die deutschen AMD-Sprecher kamen kaum mit dem Dementieren nach. Es sei eine „absolute Falschmeldung“, holte sich ChannelPartner von AMD-Sprecher Stephan Schwolow ab. „Klare Falschmeldung“, bekam Golem von AMD-Sprecher Michael Schmidt zu hören. Gegenüber Heise News wollten sie es “ausdrücklich nicht bestätigen”. Und so weiter, und so fort.

AMD in den USA ging das schon ganz anders an mit dem Tenor: Noch nichts gelaufen, aber wir wollen doch jetzt nicht darüber reden, was morgen ist. Diese Linie zogen verschiedene Sprecher durch, wie unterschiedlichen Publikationen zu entnehmen ist.

Bis Dienstag früh habe es keine Kündigungen gegeben, bekam Cnet zu hören. Zu bevorstehenden Kündigungen aber wollte der Sprecher nichts sagen. Charlie Demerjian, US-Korrespondent des Inquirer, hatte außerdem berichtet, AMD werde die Quartalszahlen wohl drastisch verfehlen – und auch dazu verweigerte AMD explizit den Kommentar.

BetaNews fragte gleich bei zwei AMD-Sprechern nach und bekam die gleiche Routine: „AMD bestätigt, dass keine Verringerung der Belegschaft erfolgt ist. Während AMD nichts zu Spekulationen darüber sagen kann, was in der Zukunft geschehen mag, können wir bestätigen, dass es zu diesem Zeitpunkt noch keine Entlassungen gegeben hat.“

Der zweite AMD-Sprecher nannte es „offiziell“, dass keine Verringerung der Belegschaft erfolgt sei. In seiner Stellungnahme macht er jedoch ebenfalls klar, das gelte nur für die Gegenwart und nicht für die Zukunft.

Er konnte es allerdings nicht lassen und mäkelte noch ein wenig über Inquirer, Gerüchte, Spekulationen und so. Na gut, ist ja auch kein leichter Job, AMD-Sprecher zu sein. Heute nicht und morgen bestimmt noch viel weniger.

Kolumnist Adrian Kingsley-Hughes nahm ebenfalls unseren Bericht auf und brachte es bei ZDnet auf den Punkt mit der Überschrift: „Ich bin wirklich besorgt wegen AMD …“

(bk)

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Inquirer UK