Spekulationen um Mike Magee und den INQUIRER

Allgemein

Mike Magee hat Übung darin, erfolgreiche Webjournale zu gründen, wie er mit The Register und The Inquirer bewiesen hat. Gerüchte unterstellen ihm, schon wieder eines gründen zu wollen.

Laut ausgesprochen hat es jetzt Guy J. Kewney von newswireless.net, der Mike schon lange kennt. Das müsse vielleicht erst zwischen Anwälten ausgefochten werden, seine Kontaktleute beim britischen INQ-Verleger Incisive Media hätten ihm jedoch bestätigt, dass sie Konkurrenz durch ihn erwarten.

„Wir erwarten, dass er den Journalismus nach Indien outsourced“, habe ihm ein nervös klingender Inqling (das schreibt der wirklich so) verraten. „Bis dahin verlinken wir uns einfach gegenseitig.“

Das vermutete Indien-Outsourcing rührt vermutlich vom Umstand her, dass Mike ein bekennender Indien-Fan ist, der das Land gerne bereist und den eigenen Blog mit seinen Reisebildern schmückt. Und journalistisches Outsourcing gibt es zumindest in England und den USA tatsächlich, wie auch hier schon mal berichtet wurde.

Um das alles verstehen und die Geschichte richtig genießen zu können, muss man sich zuerst die Vorgeschichte reinziehen, und die ist ein Lehrstück für sich. Es gab mal den in Holland beheimateten, aber eigentlich weltweiten Medienkonzern VNU. Den schnappte sich eine Investorengruppe, damals vor der Kreditkrise, als die Banken den Heuschrecken noch Geld wie Heu nachwarfen. Sie waren auf ein Filetstück aus, das heute als Nielsen of America an der US-Börse gehandelt wird. Mit den Verlagsgeschäften hatten sie nicht viel am Hut und machten nebenbei die deutschen Zeitschriften PC Professionell und Internet Professionell dicht. Den Rest vertickten sie nach hier und da und dort.

So kam der englischsprachige Inquirer bei einem britischen Verlag an. NewMediaEurope, eine mutige Neugründung des früheren Managements, übernahm die übrigen europäischen Inquirer-Ausgaben in Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien. Sie hatten anders als die Printpublikationen immer schwarze Zahlen geschrieben (schulterklopf!).

Beim britischen Inquirer kam es in den letzten Wochen und Monaten zu einer auffällig hohen personellen Fluktuation. Höhepunkt war der Ausstieg unseres verehrten Gründers Mike Magee, der seither für einen eigenen Blog schreibt, für Fudzilla (auch von einem früheren Inquirer-Mitarbeiter gegründet) und ein paar andere Publikationen, aber nach wie vor auch für den Inquirer.

Und was sagt Mike Magee selbst zum Gerücht von seiner dritten Neugründung? Alles Quatsch, sagt er in seinem Blog, nichts als eine abgedrehte Verschwörungstheorie. Er habe doch immer allen klar gesagt, was er vorhabe. Selbst AMD und Intel wüssten, was er im Schilde führt, und mehr noch: „Sogar ich habe eine gewisse Ahnung davon, was ich vorhabe, muss dazu gesagt werden.“

Womit alles geklärt wäre oder auch nicht.

Ach ja, den deutschen Inquirer betrifft das alles ohnehin nur am Rande, und wir können den britischen Komödienstadel ebenso entspannt verfolgen wie der Rest der Welt. Denn der Verlag, dem wir heute und vermutlich auch morgen gehören, hat die Namensrechte für den deutschen, spanischen, italienischen und französischen Inquirer.

(bk)

Mad Mike Magees Bog

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