EU-Bericht: 8 Staaten mit besserer Breitbandversorgung als die USA

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Die EU-Kommission ist mit dem europäischen Telekommunikationsmarkt zufrieden, sieht allerdings auch noch Bereiche, in denen sich etwas ändern muss. So kritisiert man etwa die Mobilfunk-Terminierungsentgelte und dass bei den Breitbandanschlüssen einige Anbieter zu mächtig sind.

Die EU-Kommission hat ihren 13. Bericht über den europäischen Telekommunikationsmarkt vorgelegt. Man sei prinzipiell zufrieden, würde das europäische Regulierungsmodell doch erste Früchte zeigen und zu mehr Wettbewerb führen, erklärte EU-Kommissarin Viviane Reding. So sei etwa die Breitbandversorgung in acht Staaten besser als in den USA. Dänemark, Finnland, die Niederlande und Schweden hätten sogar einen Breitbandversorgungsgrad über 30 Prozent und seien damit weltweit führend, freut sich Reding. Allerdings merkte sie auch an, es bliebe noch viel zu tun – zu mächtig seien derzeit noch die Ex-Monopolisten. 86,5 Prozent der Festnetzkunden würden beispielsweise noch immer die Infrastruktur der etablierten Anbieter nutzen. Zudem würden die etablierten Betreiber eu-weit 46 Prozent der Breitbandanschlüsse stellen, in sieben Staaten sogar mehr als 60 Prozent und in Zypern, Luxemburg und Finnland sogar über 70 Prozent.

Reding zufolge fehlt auch noch einiges zu einem attrakiven Binnenmarkt. Schließlich würden sich nur 30 Prozent der großen Telekomunternehmen außerhalb ihres Heimatmarktes betätigen.

Die Senkung der Terminierungsentgelte im vergangenen Jahr verbucht die EU als Erfolg. Noch stört man sich aber daran, dass diese von Land zu Land unterschiedlich hoch ausfallen – das eu-weit höchste Terminierungsentgelt sei zehn Mal so hoch wie das niedrigste.

Insgesamt hat der TK-Markt nach EU-Berechnungen ein Volumen von 300 Milliarden Euro und verzeichnete im vergangenen Jahr ein Wachstum von 1,9 Prozent. Vorangetrieben wird dies vor allem durch den Mobilfunk, der durch vor allem durch die stärkere Nutzung von Datendiensten um 3,8 Prozent auf 137 Milliarden Euro zulegte. (dd)

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