Scientology will es allen zeigen mit eigener Video-Site

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Sie ließen das peinliche Video ihres exaltierten Fahnenträgers Tom Cruise bei YouTube löschen. Und eröffnen jetzt ihren eigenen Videokanal mit dröger Sektenpropaganda.

82 Videos füllen ihn bereits und liefern insgesamt drei Stunden lang „einen Überblick über den grundlegenden Glauben und die Praktiken der Religion“. Wer den Rest bis hin zur Erlösung erfahren will, darf sich für den Rest seines Lebens verschulden und für astronomische Beträge scientologische Kurse buchen. Um ungefähr das folgende verklickert zu bekommen, was sich Sektengründer und Science-Fiction-Schreiber L. Ron “macht Geld, noch viel mehr Geld” Hubbard ausdachte:

Ein allerhöchstes galaktisches Wesen namens Xenu hat die ganze Überbevölkerung der Galaxis eingesammelt, ausgerechnet auf die Erde befördert und in der Vulkanwelt Hawaiis mit Wasserstoffbomben ins Jenseits befördert. Blieben allerdings deren Seelen in den Körpern der Erdlinge zurück, die bis heute diese „Körper-Thetans“ mit sich schleppen und furchtbar darunter leiden. Keine Gewähr für Richtigkeit – falls wir da was falsch verstanden haben sollten, könnte uns vielleicht Scientology-Gewährsmann Stoppah aufklären?

Leider findet sich die durch Scientology-Einwirkung zensierte Folge von Southpark nicht in der reinen Videowelt von Scientology, und so komisch geht es schon gar nicht zu. Und nicht mal die leiseste Andeutung der Xenu-Story, die sich doch wirklich für ein unterhaltsames Anime eignete. Vielleicht hätte es sogar für einen Realfilm mit diesem seltsamen Typen aus Hollywood gereicht: Tom und die Thetans. Statt dessen versuchen sie ernsthaft Geschichten zu erzählen wie die, ihre Unterorganisation Narconon habe Zehntausende hoffnungslos Drogenabhängige von ihrer Sucht befreit.

Tatsächlich geht es auch bei der 1973 in Berlin gegründeten Organisation – die lange jeden Zusammenhang mit Scientology verleugnete – auch nur um Geld, noch viel mehr Geld, und sie pumpt die Abhängigen mit Scientology voll. Und kaum zu glauben, Narconon schaffte es damals im alten Westberlin, dafür auch noch öffentliche Fördermittel einzustreichen.

Und leider, leider sind die Videos bei Scientology.org nicht die Bohne so komisch wie das vom fanatisch faselnden Tom Cruise – oder etwa das von seiner manisch tanzenden früheren Inkarnation (zu einer Zeit, als wir zum Glück noch so viel weniger über ihn wussten). Eine erfrischende Alternative zu den puren Sektenvideos ist auch noch das kongeniale deutsche Remake, zu finden bei MySpace:

Dr. Herforth bringt den Massen die Kirche der Vernunft näher, anhand der ins Deutsche übersetzten brillant-erleuchteten Rede von Tom Cruise.

(Sylvie Barak/bk)

The Inquirer UK

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