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Paragon Drive Backup Server 2008 Express
Backup für kleine Server

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Das gelungene Sicherungstool für Partitionen und Festplatten Paragon Drive Backup bekommt einen größeren Bruder. Im laufenden Betrieb sichert das neue Drive Backup Server Express Windows-Server in kleinen Netzwerken und stellt diese auch aus dem Bare-Metal-Status wieder her.

Virtueller Modus zum Testen

Paragon Drive Backup Server 2008 Express

Anders als der Name vermuten lässt, ist Paragon Drive Backup Server 2008 Express noch nicht offiziell fit für den Windows Server 2008. Administratoren eines laufenden Servers der 2000er oder 2003er Generation werden sich aber erfahrungsgemäß ohnehin Zeit lassen mit der Migration. Hersteller Paragon testet bereits intern Programmversionen auf Windows Server 2008, da die Engine von Drive Backup auf die Unterstützung des neuen Servers bereits vorbereitet ist. Die offizielle Freigabe verspricht Paragon dann mit einem kostenlosen Update.

Drive Backup Server 2008 Express soll Betreiber kleiner Netzwerke vor zu langen Systemausfällen und Datenverlusten schützen, indem Partitionen oder ganze Festplatten inhalts- oder sektorbasiert im laufenden Server-Betrieb ohne Downtime gesichert werden. Das Programm eignet sich zudem für Festplatten-Upgrades, indem vorhandene Festplatteninhalte auf neue, größere Datenträger kopiert und gleich nach dem Austausch der Medien nutzbar sind. Drive Backup bietet darüber hinaus grundlegende Partitionierungsfunktionen wie Erstellen, Formatieren, Löschen, Wiederherstellen, Verstecken und das Zuweisen neuer Laufwerksbuchstaben. Obgleich das Utility bei der Sicherung dynamische Datenträger unterstützt, kann es auf diesen keine Partitionen erstellen. Benutzer sind an das DOS-Partitionsschema gebunden.

Wer bereits Paragons Partition Manager 9 kennt, wird sich unter Drive Backup schnell zuhause fühlen, da grafische Benutzeroberfläche und Bedienführung weitgehend identisch sind. Für Einsteiger ebenso hilfreich ist der virtuelle Modus, in dem alle Operationen ausgewählt und geändert werden können, ohne diese wirklich auszuführen. Die Umsetzung erfolgt dann erst nach dem Prüfen aller Parameter und einem Klick auf das grüne Häkchen.

Die grafische Oberfläche von Drive Backup Server 2008 Express aufgeräumt, übersichtlich und gut bedienbar. ((Ins Bild klicken für vollständige Ansicht.))


Gute Funktionen für kleine Netze

Paragon Drive Backup Server 2008 Express

Für kleine Ein-Server-Umgebungen bietet Drive Backup Server 2008 Express ausreichende Funktionalität. Am wichtigsten sind sicherlich die Sicherung im laufenden Betrieb per 1:1-Kopie, das Erstellen individueller Rettungs-CDs/DVDs, die Unterstützung von RAID und dynamischen Volumes und die einfache Bedienbarkeit. Mehrere Volumes lassen sich zudem synchron sichern.

Für mehr Übersicht sorgen speziell angelegte Backup-Container, aus denen das System auch gebootet werden kann und die sich mit einer kleinen Archivfunktion gut verwalten lassen. Um einzelne Dateien und Ordner wiederherzustellen, lassen sich Images partitionsweise mounten und mit einem Laufwerksbuchstaben versehen sowie per Volume Explorer durchsuchen. Letzterer kann auf einigen Rechnern jedoch ebenso wie die Archivübersicht zu Programmabstürzen führen. Im Test erweist sich etwa die Zusammenarbeit mit einem Sony Vaio FZ11S als problematisch. Paragon erklärte auf Nachfrage von PC Professionell, man arbeite kontinuierlich an einer Verbesserung der Betriebssystem- und Hardware-Kompatibilität. Man erwarte, dass die Fehler mit dem nächsten Update aus der Welt geschaffen werden.

Die Rettungs-CD lässt sich in drei Varianten erstellen: mit Paragon-DOS, Paragon-Linux und als Windows-PE-2.0-basierte CD. Letztere ist besonders komfortabel, weil sich die Nutzung kaum von der des installierten Programms unterscheidet und sich on-the-fly benötigte Treiber integrieren lassen.

Backup-Images lassen sich in eigenen Container-Partitionen sichern. Dafür muss nicht zugewiesener Speicher auf der Festplatte verfügbar oder die letzte Partition verkleinerbar sein. ((Ins Bild klicken für vollständige Ansicht.))


Flüssiges Arbeiten während der Sicherung

Paragon Drive Backup Server 2008 Express

Im Test erweist sich der Imaging-Prozess als ausreichend genügsam, um problemlos bei laufender Sicherung weiterarbeiten zu können. So erreicht Drive Backup während des Sicherungsvorgangs zum Beispiel unter Windows Vista und Server 2003 auf einem Core-2-Duo-System mit 2 GHz maximal zwischen 24 bis 30 Prozent CPU-Auslastung. Als parallel noch ein WAMP-Server gestartet und eine Joomla-Installation konfiguriert wird, steigt die CPU-Last auf maximal 76 Prozent. Der RAM-Verbrauch liegt auf beiden Testsystemen etwa bei 860 von 2048 MByte. Wer ältere Hardware einsetzt, wird die Sicherungen – vor allem bei größeren Festplatten und hohen Speichervolumina – lieber über Nacht laufen lassen, so dass der Server tagsüber in seiner Leistungsfähigkeit für das Netzwerk nicht eingeschränkt wird.

Für das Sichern eines 150 GByte umfassenden Partitionsverbunds mit 60 GByte Daten benötigt Drive Backup Server Express im Test knapp zwei Stunden, allerdings ohne Überprüfung der geschriebenen Daten. Statt der Standardeinstellungen nutzen wir die optimale Kompressionsoption, die die 60 GByte auf 42 GByte schrumpft – ein mittelprächtiger Wert. Dafür erreicht Drive Backup damit exakt die Archivgröße, die es im virtuellen Modus prognostiziert hat. Als HotProcessing-Technologie nutzen die Tester Microsofts Volume Shadow Service und lassen Drive Backup das Image automatisch in 2-GByte-Portionen splitten, um auch in älteren Netzwerk-Umgebungen kompatibel zu sein

Die Sicherung legt das System nicht lahm, so dass sie durchaus auch tagsüber durchgeführt werden kann und es erlaubt, parallel dazu auf dem Server zu arbeiten. ((Ins Bild klicken für vollständige Ansicht.))


Verbesserungspotenzial vorhanden

Paragon Drive Backup Server 2008 Express

Zwar fällt die Bedienung des Programms insgesamt sehr leicht, und für alle wichtigen Aufgaben stehen Assistenten bereit. Doch übersehen Einsteiger mitunter wichtige Konfigurationsoptionen oder werden vor diesen gewarnt. Das erscheint jedoch für Optionen wie Passwortschutz, Splitting und Kompression übertrieben. Zudem stören etwas die vom Programm generierten Archivnamen, die sich statt am leichter zu sortierenden Schema Jahr-Monat-Tag zu orientieren der Reihenfolge Tag-Monat-Jahr bedienen. Nachdem im Test eigene Namensvorgaben gemacht werden, erscheint eine Fehlermeldung, der Kalender sei nicht nutzbar. Dies wirkt sich allerdings nicht nachteilig auf die Programmfunktionalität aus.

Verbesserungswürdig ist das partitionsübergreifende Sichern insofern, als der Benutzer beim Anlegen der Sicherung einer neuen Partition nach deren Speicherort gefragt wird, was den Prozess unterbricht und für über Nacht erfolgende Prozesse unsinnig ist. Das Kontrollfenster sollte eine Option beinhalten, den einmal angegebenen Speicherort für alle noch anstehenden Prozesse zu nutzen. Anstehende, noch nicht ausgeführte Operationen lassen sich nach dem Start der ersten Operation aber nicht weiter beeinflussen. Statt Hot- also nur lauwarmes Processing? Administratoren werden sich in der Regel mit der integrierten Skripting-Funktion behelfen und das Programm darüber anweisen, was es nach Abschluss einer Operation bzw. bei Auftrete
n eines Ereignisses ausführen soll. Um ein programminternes Skript (PSL-Dateien) unter Werkzeuge/Skript generieren? anlegen zu können, müssen aber Einträge in der Liste anstehender Operationen enthalten sein. Wünschenswert wäre eine insgesamt flexiblere, freie Skripting-Option.

Kann übersehen werden, ist aber nützlich: Auf das individuelle Konfigurieren der Sicherungsoptionen sollten Anwender nicht verzichten. ((Ins Bild klicken für vollständige Ansicht.))


Vom Bare-Metal-Status zum laufenden Server in 15 Minuten

Paragon Drive Backup Server 2008 Express

Die Images speichert das Tool in speziell angelegte Backup-Container sowie auf freie Partitionen, externe Medien von der CD/DVD bis zur USB-/Firewire-Festplatte und freie Volumes im Netzwerk. Als äußerst nützlich für die Wiederherstellung auf nicht mehr startenden Serversystemen erweist sich die Windows-PE-basierte Rettungs-CD, die alle wichtigen Funktionen bietet, ad hoc das Einbinden spezieller RAID- oder Netzwerktreiber erlaubt und so das System auch im Bare-Metal-Status zügig einsatzbereit macht. Die Geschwindigkeit ist dabei natürlich abhängig von Konfiguration, Datenmenge und den Schnittstellen. Im Test ist der Rechner nach etwa 60 Minuten wieder komplett lauffähig. Um nur den Server samt der benötigten Bootinformationen wieder an den Start zu bringen, sind im Test lediglich gut 15 Minuten erforderlich.


Fazit

Paragon Drive Backup Server 2008 Express

Wer nur einen Server einsetzt und ein übersichtliches Netzwerk sein Eigen nennt, wird von Drive Backup Server 2008 Express gut bedient. Die gebotenen Funktionen reichen für das Sichern von Serverabbildern und Datenpartitionen im Hintergrund und das Wiederherstellen im Notfall völlig aus. Die Bedienung fällt auch Neulingen angenehm leicht, wenngleich ein paar wichtige Optionen leicht zu übersehen sind.

Um zu prüfen, ob der eingesetzte Rechner samt Treibern vollständig kompatibel ist, sollten Interessierte die 30-Tage-Demo nutzen und die Funktionsweise des Volume Explorers prüfen. Das Preis-Leistungsverhältnis von Drive Backup Server 2003 Express ist gut. Administratoren, die mehrere Server managen müssen, sollten einen Blick auf Acronis True Image Echo Server für Windows (650 Euro) sowie die Enterprise-Version (945 Euro) werfen.

Paragon Drive Backup Server 2008 Express
Hersteller: Paragon
Internet: www.paragon-software.com
Preis: 200 Euro

Note: gut
Leistung (40%): gut
Bedienung (30%): sehr gut
Ausstattung (30%): befriedigend*

* bewertet wurde nur die Download-Version

Das ist neu

_neue Version für Server (Windows 2000 Server, 2003 Server)
_unterstützt 64-Bit-Windows
_Systemwiederherstellung im Bare-Metal-Status mit Rettungs-CD/DVD auf Windows-PE-2.0-Basis
_HotBackup mit Paragon Hot Processing und Microsoft VSS
_Sicherung und Wiederherstellung dynamischer Datenträger
_Archiv-Datenbank für Backup-Images

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows 2000 Pro, 2000 Server, XP (32 und 64 Bit), 2003 Server, Vista (32 und 64 Bit)
Prozessor: ab Pentium II/300 MHz, empfohlen Pentium 4/1000 MHz
Arbeitsspeicher: ab 256 MByte, empfohlen 512 MByte
Festplattenlatz: 50 MByte, 0 MByte bei Nutzung der Boot-CD
Festplatten: P-ATA (IDE), S-ATA, SCSI, RAID, Firewire, USB
Dateisystemformate: NTFS, FAT, Ext 2, Ext 3, Swap, HPFS, weitere nur bei sektorbasierten 1:1-Sicherungen