Branchenberater: Unternehmen zu ideenlos

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Alle deutschsprachigen Unternehmen betonen ihre Innovationsfreudigkeit, doch bei näherem Hinsehen sehe die Sache eher ziellos, unstrukturiert und wenig produktiv aus, kritisieren Unternehmensberater.

Die Innovation gilt als Wachstumsmotor von IT-Unternehmen. Doch bei genauer Analyse finden sich in deutschen, österreichischen und schweizerischen Firmen nur selten konkrete strategische Geschäftspläne zu neuen Produkten, petzt die Beratergruppe Neuwaldegg aus. 81 Prozent der beäugten Unternehmen in den drei Ländern haben zudem Probleme, den Fachkräftemangel zu decken. Hier fehle eine klare Profilierung als attraktiver Arbeitgeber (Employer Branding).
Gerade beim Innovationsmanagement hinken deutschsprachige Arbeitgeber den englischsprachigen Konkurrenten deutlich hinterher, merkt Oberberater Michael Moeller an: “Die wenigsten beschäftigen sich intensiv genug mit der Frage, wie Innovation grundsätzlich funktioniert und wie sie gesteigert werden kann. Es wird definitiv kaum auf die Ideen von Mitarbeitern eingegangen.”
“Ohne eine klare Profilierungsstrategie als Arbeitgeber verschenkt der Mittelstand seine Chancen im Wettbewerb um die besten Köpfe und bremst sein wirtschaftliches Wachstum bereits jetzt”, legt das Management-Beratungsunternehmen BBDO Consulting den Finger in die gleiche Wunde. Das stehe im krassen Widerspruch zur Selbsteinschätzung der Führungskräfte: 80 Prozent der schweizerischen, 66 Prozent der deutschen und 57 Prozent der österreichischen Manager halten sich und ihre Firma für innovativ. Die Risikobereitschaft zu strategischen Experimenten liegt im deutschen Sprachraum aber in Wahrheit nur bei 9 Prozent, wobei sich die Informations- und Consultingbranche mit 14 Prozent schon für besonders risikofreudig hält. (rm)

pte