7,5 Mal um die Welt statt USV
Grüne IT: Unterbrechungsfreie Stromversorgung optimieren

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Wer eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung mit schlechtem Wirkungsgrad nutzt, verballert vollkommen unnötig 12.000 Euro und 70.000 kg CO2 pro Jahr. Genauso viel CO2 wie 7,5 Autoreisen um die Welt, rechnet ein Leitfaden von Bitkom vor.

Entscheidend: Wirkungsgrad der USV

7,5 Mal um die Welt statt USV

Eine Unterbrechungsfreie Stromversorgung soll Störungen im Stromnetz auffangen. Dabei sind sie ähnlich wie Versicherungen: einerseits braucht man sie für den “worst case”. Andererseits hofft man, dass dieser nicht eintritt.

Es lohnt sich aber, einmal seine USV zu überprüfen, denn die ist gefräßig. Das beschreibt Branchenverband Bitkom in seinem Leitfaden “Energieeffizienz im Rechenzentrum”, der im April online verfügbar sein soll. IT im Unternehmen – aufmerksamer Beobachter der Wahrheit hinter der Grünen-IT-Blase – wirft einen genaueren Blick in den Entwurf.

Ganz wichtig bei der Stromversorgung: Der Wirkungsgrad der USV. Er kann im Beispiel von Bitkom zwischen 96 Prozent (Typ eins) und 88 Prozent (Typ 5) liegen.


Abhängigkeit des USV-Wirkungsgrades von deren Komponenten (Quelle: Bitkom)

Entsprechend beträgt die Verlustleistung dieser unterschiedlichen USV-Typen zwischen 4,2 kW im besten Fall und mehr als drei Mal so viel im schlechtesten Fall (13,6 kW). Allein durch diese Verlustleistung entstehen Mehrkosten pro Jahr von 5.100 Euro bei USV-Typ 1), die wohl unvermeidbar sind, bis zu runden 17.000 Euro (Typ 5).

Einsparen ließen sich somit 12.000 Euro bzw. 70.000 kg CO2. Oder man könnte alternativ 7,5 Mal mit dem Auto um die Erde fahren.

Das Rechenbeispiel bezieht sich auf ein Rechenzentrum mit 100 kW Belastung und 0,10 Euro Stromkosten pro kWh.


Alternative Outsourcing: Energy Contracting?

7,5 Mal um die Welt statt USV

Noch ein Hinweis von Bitkom: Unternehmen sollten die USV richtig einsetzen und angemessen dimensionieren. So werden USV-Einzelanlagen häufig “aus Angst, zu früh an Leistungsgrenzen zu stoßen, häufig großzügig überdimensioniert, was zu geringer Auslastung und unnötigen Verlusten führ”, so die Autoren des Leitfadens aus der Expertengruppe “Betriebssicheres Rechenzentrum & Infrastruktur” unter der Leitung von Dr. Ralph Hintemann.

Denn: Eine geringe Auslastung führt zu geringem Wirkungsgrad, und es entstehen Kosten wie oben beschrieben. Beste Wirkungsgrade gibt es laut Bitkom zwischen 50 und 80 Prozent Auslastung.

Wer sich aber überhaupt nicht mit diesen Fragen beschäftigen möchte, sollte über “Energy-Contracting” nachdenken. Dieses Outsourcing-Konzept kommt aus dem Facility-Managament und ist im Rechenzentrums-Betrieb noch relativ neu, erklärt Dr. Hintemann gegenüber IT im Unternehmen.

Spezialisierte Dienstleister übernehmen dann das Energiemanagement für ihre Kunden, und zwar in unterschiedlichen Stufen: Vom Aushandeln günstiger Verträge mit Energie-Anbietern bis hin zur Planung, Betrieb und Wartung der Stromversorgung inklusive Kühlung. Die Geräte können im Besitz es Unternehmens bleiben, aber auch das muss nicht sein.

Die allerwichtigste Grundvoraussetzung für Energieeffizienz aber verraten wir heute erst am Schluss: Das Messen von Energiebedarf und Temperatur im Rechenzenrum. Hier besteht Nachholbedarf – denn nur das, was man kennt, lässt sich auch optimieren.