Musikindustrie: Provider sollen Filesharing blockieren

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Die vier großen Plattenfirmen EMI, Universal, Warner und Sony BMG haben Eircom, den größten irischen Provider, verklagt, weil der sich weigerte, Filter zu installieren, um den illegalen Dateitausch im Internet zu unterbinden.

Geht es nach dem Willen der Musikindustrie, sind Internet-Provider dafür verantwortlich, was ihre Kunden im Netz tun. Sie müssten daher Maßnahmen ergreifen, um illegale Downloads und das Filesharing urheberrechtlich geschützter Musikstücke zu verhindern. Das zumindest versucht man derzeit in Irland durchzusetzen, wo EMI, Universal, Warner und Sony BMG den größten Provider des Landes, Eircom, verklagt haben. Der hatte sich nämlich geweigert, den Internet-Traffic zu kontrollieren und den von der Musikindustrie beanstandeten Dateitausch zu blocken – schon allein, weil dadurch jährliche Kosten von 3,3 Millionen Euro anfallen würden.

»Wenn die Musikindustrie Beweise hat, das eine bestimmte Person geschützte Dateien tauscht, dann können sie – und haben das auch schon getan – gegen sie vorgehen. Wenn Sie aber keine Beweise haben, dann sollen sie nicht vom Provider fordern, unschuldige User zu überwachen«, erklärte TJ McIntyre von der irischen Organisation Digital Rights Ireland. Dort ist man über das Vorgehen der Musikindustrie empört. Provider seien nicht mehr dafür verantwortlich, was ihre Kunden tun, als die Post für in Briefen verschickte Dinge. Zudem fürchtet man um Irlands Ruf als internet-freunliche Nation und dass bald auch andere Rechteinhaber eine Filterung fordern könnten. Dabei sei Filtertechnologie keinesfalls perfekt und würde wahrscheinlich auch erlaubte Dateien blockieren. (dd)

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