Bekommt P2P-Flatrate offiziellen Segen?

Allgemein

Die Diskussion um einen Zuschlag auf die Access-Gebühren zur Kompensation für P2P-Downloads könnte heute einen entscheidenden Durchbruch erleben – bei der Musikmesse SXSW wollen sich zwei Industrie-Schwergewichte dafür stark machen.

Im Gegensatz zu der verschnarchten Industrie- Selbstbeweihräucherungs- Veranstaltung Popkomm hat sich SXSW schon vor Jahren auch einen “Interactive”-Bereich gegönnt und sich frühzeitig mit neuen Technologien beschäftigt – so ist sie jetzt auch ein ideales Forum für den Vorstoß, Online-Piraterie ein für alle Mal durch einen Zuschlag auf den Access-Tarif zu eliminieren.

Das ist zwar im Kern eine Kapitulationserklärung, aber im Gegensatz zu Europa scheinen die Verbände der Musikindustrie in den USA langsam einzusehen, dass sie mit der Keule der Strafverfolgung gescheitert sind.

Das Modell, das der Technologie-Berater Jim Griffin, der für drei der vier großen Plattenfirmen arbeitet, zusammen mit Peter Jenner, Chef des International Music Manager’s Forum und früher selbst Manager von Pink Floayd Floyd und The Clash, vorstellen will, ist einfach: 5 Dollar im Monat als Aufschlag auf jeden Breitband-Zugang, und das war’s.

Das Modell wurde angeblich bereits auf der MIDEM in kleinstem Kreis (nur 50 geladene Gäste) diskutiert und nicht rundweg abgelehnt. Allerdings herrscht in der Musikindustrie derzeit vor allem Ratlosigkeit und Angst um den eigenen Job. Und da Angst ja bekanntlich zu Aggressivität führt, applaudieren die Gewaltigen der Branche öffentlich Vorschlägen wie dem des U2-Managers, hart gegen die ISPs vorzugehen – hinter den Kulissen wird aber wohl bereits eingeräumt, dass dies erhebliche juristische Probleme mit sich bringen würde, vom Datenschutz bis hin zu Schadensersatzforderungen von Kunden, denen fälschlicherweise der Internet-Zugang verwehrt wird. [gk]

Wired