Wikileaks enthüllt Geheimdienstpraktiken von Scientology

Allgemein

Was eine richtige Religion sein will, hält sich einen eigenen Geheimdienst. Für verdeckte Operationen gegen Ungläubige und Abtrünnige.

Die 208 eingescannten Seiten einer bei Wikileaks veröffentlichten PDF-Datei beziehen sich auf die „Church of Scientology“ und Frank Oliver, ein früheres Mitglied der Sekten-Geheimtruppe „Office of Special Affairs“. Sie datieren zwischen 1986 und 1992 – dem Jahr, in dem Frank Oliver selbst vogelfrei zu einer „unterdrückenden Person“ erklärt und exkommuniziert wurde.

Die Dokumente zeigen, wie die Psycho-Aliens-Sekte sich durch „schwarze Propaganda“ und Infiltration betätigt. Und wie mit denen umzugehen ist, die die „Kirche“ selbst als Gegner betrachtet. Originalton Scientology (Seite 23):

„Und schließlich übernimmt das Department of Special Affairs die Verantwortung dafür, faulige Flecken der Gesellschaft zu reinigen, um ein sichereres und gesünderes Umfeld für die weitere Expansion von Scientology und für die gesamte Menschheit zu schaffen.“

Das Fleckenreinigen betreiben sie als schmutziges Geschäft. Und so gehen die Scientology-Schnüffler gegen Kritiker ihres eigenen Ladens vor (Seite 155): „Sammelt so viele Fallgeschichten wie möglich über einzelne oder diese Gruppe, insbesondere solche, die zu strafrechtlicher Verfolgung durch staatliche oder internationale Behörden führen können.“

Die weltweit ausgemachten Scientology-Gegner („unterdrückende Personen und unterdrückende Gruppen“) werden auch gleich beim Namen genannt in einer alphabetischen Liste (ab Seite 165).

Es ist ein Doku-Thriller mit 208 Seiten. Das alles könnte sich der phantasiebegabteste Autor nicht ausdenken. Und er kommt so an, dass die Wikileaks-Server bereits in die Knie gingen: „Wikileaks is overloaded by readers.“ Es braucht mitunter ein paar Anläufe, um an diesen harten Stoff zu kommen.

(bk)

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