Wenn der Hacker Elektroschocks austeilt

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Mehr als 100.000 Herzpatienten in den USA wurden Defibrillatoren implantiert, die per Funk Informationen übermitteln. Unverschlüsselt und hackbar.

Das Risiko, gehackt zu werden, droht offenbar einer ganzen Flut medizinischer Geräte. Eine Sprecherin der Foood and Drug Administration musste zugeben, dass ein Hacker mit entsprechender Software und einer kleinen Antenne die Übertragung eines Defibrillators abfangen kann. Schlimmstenfalls könnte die wesentliche Funktion des Defibrillators deaktiviert werden – mit starken Stromstößen gegen lebensbedrohliche Herzrhytmusstörungen anzugehen. Oder er könnte sie zur falschen Zeit auszuteilen.

Die neue Generation von Defibrillatoren übermittelt Patienteninformationen an ein Kontrollgerät nahe dem Bett. Das wiederum gibt die Daten täglich an den behandelnden Arzt weiter. Ein großes Risiko wollen die Forscher darin nicht sehen, die das mit der Verschlüsselung vergessen hatten. Ein Defibrillator werde schließlich nicht entwickelt, „um terroristischen Angriffen standzuhalten“.

Eine aktuelle Studie sagt jedoch zunehmende Risiken voraus, während die Funktechnologie mehr medizinischen Geräten einschließlich Herzschrittmachern zugute kommt. Dr. William Maisel, einer der Verfasser der Studie: „Es wird mehr implantierte Geräte und mehr drahtlose Übertragungen über größere Entfernungen geben. Probleme sehen wir weniger bei der gegenwärtigen Generation von Geräten als mit dem Weg, den die Industrie mit implantierten medizinischen Geräten geht.“

(bk)

SMH