RIAA-Agenten: Keine Lizenz zum Töten Spitzeln

Allgemein

Um genau herauszufinden, wer denn nun Filesharing betreibt und dafür für den Kadi gezerrt werden kann, hat die RIAA die Agentur MediaSentry. Die aber besitzt gar keine Lizenz für ihr detektivisches Treiben, findet der US-Staat Michigan.

Ein anonymer Bewohner des Bundestaats hat sich bei der zuständigen Behörde beschwert, dass MediaSentry als Ermittler ohne Lizenz arbeite, und das Amt teilt seine Auffassung. Allerdings habe man selbst nicht nicht Möglichkeit, ein offizielles Verfahren einzuleiten.

Das – so ließ das Michigan Department of Labor and Economic Growth den Beschwerdeführer wissen – könne er aber jederzeit über die örtlichen Strafverfolgungsbehörden erreichen, denn schließlich könne die unlizensierte Agententätigkeit eventuell auch als Verbrechen betrachtet werden.

In einen ähnlichen Schlamassel ist der RIAA-Zuträger bereits in Massachusetts, Oregon und New York geraten, wo zum Teil schon Verfahren gegen MediaSentry laufen. Dabei steckt die Agentur in einer Zwickmühle: Beantragt sie Privatdetektivlizenzen, die – wie man spätestens seit Magnum und Rockford weiß – nicht übermäßig schwer zu bekommen sind, würde sie damit eingestehen, bisher illegal gehandelt zu haben, was den Beweiswert der gesammelten Informationen vor Gericht annullieren könnte.

Tut sie das nicht und wird vor Gericht entschieden, dass ihr Treiben nicht rechtmäßig ist, dürften dagegen Strafverfahren auf sie zukommen – und auf den Auftragggeber RIAA. [gk]

[Ars Technica]