AOL auf dem Grabbeltisch?

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Zuletzt war AOL noch als möglicher rettender Partner für Yahoo im Gespräch – dabei sieht es für die einstige Internet-Größe selbst nicht mehr allzu rosig aus.

Nachdem am Montag der dritte von vier Spitzenmanagern gefeuert wurde, die im letzten Sommer zur Sanierung des Anzeigengeschäfts geholt worden waren, scheint sich bei AOL die Krise zuzuspitzen.

Obwohl Muttergesellschaft Time Warner mehr als eine Milliarde Dollar für Akquisitionen ausgegeben hat, die die neue Strategie beim Verkauf von Werbung stützen sollte, werden auch für das nächste Quartal keine Spitzenumsätze erwartet.

Jeffrey L. Bewkes, CEO von Time Warner, hat daraufhin AOL öffentlich auf den Marktplatz gestellt, damit sich Interessenten finden – mit welchem Partner auch immer man AOL zusammenbringe, sei egal, solange das Unternehmen dadurch stärker und wertvoller werde.

Allerdings könnte das auch auf ein stückweises Filetieren hinauslaufen: Dem Einwahldienst zum Beispiel, den in den USA immerhin noch 9,3 Millionen Kunden nutzen , gibt Bewkes schon mal keine Chance mehr .  Die Zukunft liegt für die Spitze des Mutterkonzerns nach wie vor im Verkauf von Werbung, aus dem auch irgendwann genug Geld sprudeln soll, um Mütterchen Time Warner mit zu ernähren, dem im traditionellen Geschäft auch so langsam die Felle davonschwimmen. [gk]

New York Times