NRW will Nokia auf 59 Millionen verklagen

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Nokia holte sich trickreich 41 Millionen Euro aus den Subventionstöpfen. Nordrhein-Westfalen will sie zusammen mit 18 Millionen Euro Zinsen zurück.

Nachdem Nokia Bochum hinter sich lässt und ins rumänische Cluj weiterzieht, fiel der Landesregierung dann doch noch auf, dass der finnische Konzern die Subventionen zu Unrecht kassiert hatte. Und will sie zurück, jetzt aber pronto. Noch heute soll ein ultimatives Schreiben raus. Schiebt Nokia die Mios bis Monatsende nicht zurück, wolle das Land klagen, flüsterten „Regierungskreise“ den nahestehenden Journalisten.

Das Schreiben war noch nicht angekommen, da antwortete eine Nokia-Sprecherin bereits einer Illustrierten. Nokia habe sich korrekt verhalten und immer alle Subventionsauflagen erfüllt. Und die gleiche Landesregierung habe bis Januar nie etwas beanstandet – das jedenfalls stimmt.

Nokia will das Ultimatum also zurückweisen und nicht freiwillig zahlen. Wenn es Nordrhein-Westfalen ernst meint, wird das Land tatsächlich klagen müssen. Aber wollen sie wirklich, dass in aller Öffentlichkeit darüber verhandelt wird, wie unkontrolliert die Subventionsmillionen in offene Hände fließen? Werden sie das wirklich riskieren?

Nokia kann andererseits erst recht kein Interesse an dem weiteren Imageschaden haben, den ein solcher Prozess mit sich bringt. Es wird also einen Deal geben, melden wir einfach mal ein wenig verfrüht. Nokia wird sich bequemen, einen Teil der eingesackten Subventionen zurückfließen zu lassen.

(bk)

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