Microsoft: Bitte keine weiteren Enthüllungen!

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Die Sammelklage wegen des Etikettenschwindels mit „Vista Capable“ machte bereits eine Flut peinlicher E-Mails von MS-Managern öffentlich. Microsoft bat jetzt das Gericht, nicht noch mehr Peinlichkeiten offenlegen zu müssen.

Die Microsoft-Bosse wussten nur zu gut, was Vista wirklich taugte, und für welche Hardware es schon gar nicht taugte. Dennoch stellten sie das Vista-Logo auch für Geräte bereit, für die sich das aufgeblähte Betriebssystem nicht wirklich eignete. Unter anderem, so verrieten die E-Mails, um Intel den Abverkauf alter Mainboards mit eigentlich Vista-untauglicher integrierter Grafik zu ermöglichen. Eine Hand wusch die andere.

Weil das offenbar noch peinlicher werden könnte, stellte Microsoft jetzt bei Gericht den Antrag, das Verfahren auf Eis zu legen – vor allem, um auf weitere Offenlegungen verzichten zu dürfen. Das hohe Gericht möge doch bitte die Sammelklage erstmal aussetzen, während Microsoft die gerichtliche Entscheidung über die Zulassung als Sammelklage anfechten wolle. MS-Anwalt Charles Wright in der Begründung:

„Das fortlaufende Verfahren würde bei Microsoft eine erhebliche Summe kosten für die Offenlegung, und entscheidend wichtige Mitarbeiter müssten von ihren Vollzeitaufgaben abgezogen werden. Es würde heikle Preisentscheidungen und Strategien bei OEMs, Großhändlern und Einzelhändlern berühren.“

Damit aber sei Microsofts geschäftliches Ansehen in Gefahr, jammerte der Anwalt. Weitere Enthüllungen könnten Microsofts Beziehungen zu den Geschäftspartnern zerstören.

Das hört sich schon ziemlich nach Panik an. Noch ein paar Leichen im Keller?

(bk)

Computerworld

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