Venture Capital stürzt sich auf iPhone-Software-Startups

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“Das iPhone wird größer als der PC”, sagt ein einflussreicher Firmenfinanzierer aus dem Silion Valley. Sein VC-Unternehmen hatte schon Google, Amazon und kommerzielle Java-Entwicklung vorangebracht.

Nachdem Apple die Betaversion seines iPhone-SDKs bekanntgab , waren die Kollegen vom Wall Street Journal nicht müde, Kapital-Investoren nach den Chancen des neuen “Blackberry-Rivalen” zu fragen. Und die gaben bereitwillig Auskunft und erklärten, Apple bereite hier das iPhone sogar gezielt als ernsten Rivalen für den Blackberry von RIM auf.

Bei ihren Fragen geriet die Wirtschaftszeitung erst einmal an den Richtigen, denn befragt wurde niemand anderes als die Firma Kleiner Perkins Caufield & Byers, die nun Apples Pläne finanziert, mit dem iPhone das für Smartphones zu schaffen, was Microsoft mit Windows für PCs schon schaffte. Kleiner Perkins steht bereits hinter den erfolgreichen Internet-Pionieren Google und Amazon und mischt aktiv bei der Markaufbereitung mit.

Der neue Finanzfonds für die Pläne nennt sich naheliegend “iFund” und finanziert mit 100 Millionen US-Dollars vor allem kleine Startups mi Ideen rund um die iPhone-Software-Entwicklung. John Doerr, Partner des Silicon-Valley-Investment-Hauses, erklärt, das iPhone habe das Potenzial, eine noch größere Rolle im Leben des Durchschnittsbürgers zu spielen als es der Personal Computer jemals tat. Das Gerät sei schließlich immer mit dem Internet verbunden. “Das ist viel wichtiger als der PC”, erklärt er.

Kleiner Perkins hat mit Software-Finanzspritzen Erfahrung und gute Ergebnisse: Der vergleichbare 100-Millionen-Dollar-Fonds, der 1996 für Java-Entwicklung investiert wurde, würde jetzt überdurchschnittliche Ergebnisse erbringen. Und dass Apple sogar RIM mit dessen Blackberry übertrumpfen könnte, ist für die Investoren keine Frage: Deren Erfolgskonzept der Push-E-Mail hat Microsoft schon nachgebaut und mit seinem Exchange-Server verbunden – und Apple hat diese Technik “ActiveSync” lizenziert, um iPhones mit Microsoft Exchange Servern zu verbinden. Das sei mit ein Grund, dass man in den USA hinter RIM schon die Nummer 2 im mobilen Business-Markt sei, prahlt Apple-Chef Steve Jobs.


(Apple erklärt, Nummer 2 bei Smartphones in USA zu sein. Bild: Apple/Canalys)

Den Massenmarkt erreiche Apple mit seinen Preisen noch nicht, erklärt Analyst Chris Silva von Forrester Research. Obwohl Electronic Arts schon Spiele für das Apple-Gerät präsentierte, werde man damit den Konsumenten noch nicht erreichen. Zudem habe Apple-Chef Steve Jobs vor, die VoIP-Fähigkeiten des Gerätes mit Rücksicht auf seine Telekommunikationspartner nur auf WiFi-Verbindungen zu beschränken.

Aber vielleicht will Apple erstmal in den lukrativeren Geschäftsmarkt. Und in Startups in diesem Bereich werde Kleiner Perkins auch das meiste Geld investieren, versichert Doerr dem Wall Stret Journal. (mk)

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