Virtuelle DNA für Online-Pokerspieler

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Biedermann, Maschine oder Betrüger? Die quälende Frage, mit wem man es am Online-Pokertisch wirklich zu tun hat, soll demnächst eine digitale DNA beantworten, die Forscher aus dem Spielverhalten generieren.

Bots, die ihre menschlichen Gegner über den Tisch ziehen, sind in Online-Casinos ebenso zum Ärgernis geworden wie Phisher, die mit Detailwissen über die Accounts ihrer Opfer gegen sich selbst spielen und dabei den Besitz der Unglückseligen verdaddeln.

Um das künftig auszuschließen, haben zwei US-Wissenschaftler eine Software entwickelt, die überwacht, wie sich ein Spieler verhält und daraus ein unverwechselbares Profil generiert. Berücksichtigt wird, wie und wie viel man normalerweise setzt, was man riskiert und wann man aussteigt.

Angeblich kann das Programm nach einer Stunde Spielüberwachung mit 80%-iger Genauigkeit sagen, ob ein Spieler der ist, der er behauptet zu sein, oder ob seine Identität gekapert wurde. Dass das allerdings auf alle Glücksritter anwendbar ist, bezweifelt ein kanadischer Kollege: Jonathan Schaeffer von der University of Alberta Computer Poker Research Group (offenbar gibt es auch Forscher, die sich den wirklich wichtigen Dingen widmen) meint, dass es genau das Talent des Spitzenspielers sei, solche Regelmäßigkeiten zu vermeiden. [gk]

New Scientist