Patent Troll Tracker enttarnt

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Mit seinem anonymen Blog setzte er den Patenttrollen zu. Ein betroffener Patentanwalt setzte schließlich ein Kopfgeld von 15.000 $ auf seine Enttarnung aus.

Er kannte sich offenbar gut aus in der Szene der Firmen, die Patente nur zusammenkaufen, um sie juristisch für Millionenklagen ausschlachten zu können. Sein Blog war Pflichtlektüre für Patentanwälte. Seine ausführlichen Insider-Informationen trugen zu Siegen und Niederlagen in absurden Patentprozessen bei, über die auch hier leider laufend zu berichten ist.

Anwalt Raymond Niro aus Chikago, auf den der Begriff Patenttroll ursprünglich gemünzt wurde, sprang nach einem verlorenen Prozess im Quadrat und hätte am liebsten den Patent Troll Tracker verklagt. Konnte er aber nicht, da dieser anonym bloggte. Mit einem Kopfgeld von 15.000 $ für dessen Enttarnung half er nach.

Es fand sich tatsächlich einer, der den Blogschreiber verriet und vermutlich das Kopfgeld kassierte. Per E-Mail informierte er ihn darüber, dass er seine Identität kenne. Und er solle seinen Namen doch bitte selbst öffentlich machen, bevor es auf andere, vielleicht unangenehme Weise geschehe.

So stellte sich denn der Trolljäger in seinem eigenen Blog vor: Er heißt Rick Frenkel und hat eine leitende Position in der Patentabteilung von Cisco. Als Patent Troll Tracker war er aktiv geworden, weil ihn die unglaublichen Mißstände im Patentwesen nervten. Das Aufsehen, das seinem Blog zuteil wurde, habe ihn selbst überrascht.

Wird er nach seiner Demaskierung den Patentgewinnlern weiter Angst und Schrecken einjagen als Patent Troll Tracker? Er weiß er noch nicht. Er möchte gerne, will aber ein paar Wochen aussetzen und gründlich nachdenken.

(bk)

Patent Troll Tracker