Chinesen kopieren sich selbst

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Vorwürfe, dass chinesische Unternehmen in Scharen Plagiate produzieren, prallten bislang an der Regierung der Volksrepublik ab. Doch nun sind erstmals eigene Unternehmen betroffen.

Ob Turnschuhe oder feine Herrenanzüge: In China existiert von so ziemlich jedem Markenartikel mindestens ein Plagiat. In letzter Zeit sind vor allem Firmen mit High-Tech-Produkten von den illegalen Kopien betroffen. Die chinesische Regierung war bislang sehr zurückhaltend, was ein Durchgreifen gegen Produktfälscher angeht. Doch nun könnte sich diese Politik drastisch ändern, denn erstmals sind auch chinesische Unternehmen von den Plagiaten betroffen. Besonders hart trifft es die Handyhersteller, schreibt die Financial Times Deutschland.

In Hinterhofwerkstätten stellen die Fälscher kurz nach der Präsentation eines neuen Handymodells bereits die eigenen Exemplare her. China hat sich inzwischen als größter Handymarkt weltweit etabliert. Im vergangenen Jahr wurden allein 119 Millionen Mobiltelefone verkauft. Das Forschungsunternehmen Research and Markets belegt jedoch: Der Marktanteil von chinesischen Unternehmen sinkt. Schuld sind die Hersteller von Plagiaten. Die Schwarzmarktproduzenten stellen die gleichen Produkte her, haben die gleiche Kundengruppe und nutzen dieselben Vertriebskanäle. Kein Wunder, dass sich der Marktanteil von legalen chinesischen Handyherstellern binnen zwei Jahren halbiert hat. Marktexperten sind sich uneins, ob dieser Trend für die Regierung der Volksrepublik Grund genug ist, um endlich gegen die Fälscher durchzugreifen. (mr)

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