Taliban fürchten Mobilfunk

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Nicht nur hierzulande gibt es Menschen, denen die Errichtung eines Mobilfunkturms das Anfang von Elend und Siechtum bedeutet, das zum verfrühten Krebstod führt – auch Islamisten ist die Welt der Handy-Technologie suspekt.

Allerdings nicht, weil sie denken, dass die gefährlichen Strahlen Hirnbestandteile braten oder Körperzellen zur unkontrollierten Spaltung verleiten, sondern weil sie meinen, dass die Signale von ausländischen Militär benutzt werden, um sie und ihresgleichen zu verfolgen.

Mit einer etwas zweifelhaften Logik fordern sie daher, die Sender nachts abzuschalten (weshalb sie am helllichten Tag keine Angst vor ihnen haben, wird leider nicht gemeldet). Wenn innerhalb von drei Tagen nicht zwischen 17 und 3 Uhr Funkstille herrscht, soll es krachen, und zwar an den Masten und in den Büros der Telefongesellschaften.

Ungerührt von dem Ansinnen zeigt sich derweil das US-Militär – wenn man ein Handy-Signal aufspüren wolle, geschehe das sowieso per Satellit. [gk]

BBC News