Gefängnis für Facebook-Fake

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Ein marokkanischer Computertechniker gab sich im sozialen Netzwerk als Prinz aus. Er wurde verhaftet, misshandelt und zu drei Jahren verknackt.

Sie nannten es nicht Majestätsbeleidigung, sondern die „Verwendung falscher Informationen und widerrechtliche Aneigung der Identität des Prinzen“. Computertechniker Fouad Mourtada hatte sich bei Facebook als Prinz Moulay Rachid ausgegeben, wie der jüngere Bruder des marokkanischen Königs heißt.

Als Royalist und Verehrer des Prinzen, wie er später erklärte. Vielleicht auch, weil er im Gewandt eines Prinzen leichter Freunde / Freundinnen zu finden hoffte. Benutzer, die sich als Brad Pitt, Mutter Teresa, Präsident Sarkozy oder König Abdullah ausgeben, gibt es bei Facebook wie Sand am Meer. Allein von George W. Bush gibt es bei Facebook um die 500 Profile.

Für das unautorisierte prinzliche Profil soll Rachid jetzt 10.000 Dirham – knapp 900 Euro – abdrücken und dazu noch drei Jahre hinter Gittern schmoren. Benedicte Goderiaux von Amnesty International: „Wir sind schockiert über ein so hartes Urteil. Der Richterspruch steht in keinem Verhältnis zum Vergehen.“

(bk)

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