Die Lizenzgebühren fließen nach dem Blu-Ray-Sieg

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Im Krieg um das HD-Format ging es vor allem um eines: den langen, breiten Strom von Lizenzeinnahmen.

Was die Lizenzgebühren angeht, lassen sich die Hersteller nicht gern in die Karten sehen. Derzeit sind die DVD-Patente noch immer eine sprudelnde Einnahmequelle. Schätzungen zufolge gehen 4 Dollar je Player an die Lizenzgeber, und für eine DVD-Scheibe sind 4 Cent abzudrücken. Vor Jahren waren es noch 15 – 20 $ je Player und 7,5 Cents je Disc.

Ähnlich lief es bei den CDs. Philips kassierte 1,8 Cent je CD, Sony rund 1,2 Cent. Als 2001 einige Patente ausliefen, beklagte Philips über 42 Millionen $ weniger Lizenzeinnahmen.

Chinesische Hersteller jammern sogar darüber, dass sie mit jedem verkauften Player Verlust machen – so hart sei der Wettbewerb, dass die Lizenzgebühren ihre Gewinne auffressen. Nicht zuletzt das ist der Grund, warum sie nach einem eigenen Format für optische Datenträger streben. Und ihr eigener Markt sei groß genug für eigene, lizenzfreie Formate.

Hohe Lizenzgebühren und komplizierte Verhandlungen um die Rechte kosteten auch die Dual-Player den Erfolg. Für Abspielgeräte, die mit HD-DVD und Blu-Ray umgehen konnten, mussten die Hersteller doppelt abdrücken. Und am Ende war ein Dual-Player teurer als zwei einzelne Player zusammen.

Jetzt ist Blu-Ray an der Reihe, den Geldesel zu spielen. Bislang war das Blu-Ray-Lager zurückhaltender in der Vergabe von Lizenzen an Player- und Diskhersteller. Das sollte angeblich auch Piraterie verhindern helfen.

Einige Analysten sind noch skeptisch, ob Blu-Ray ein ähnlich dickes Geschäft wird wie die DVD. Denn digitale Downloads erzeugen einen neuen Preisdruck.

Und die Beute muss auch noch geteilt werden. Letztlich ist nicht Sony allein der Sieger, wie in diesen Tagen oft kolportiert. Tatsächlich hält Sony weniger als 30 Prozent der geldwerten Rechte an Blu-Ray. Als die vier wichtigsten Blu-Ray-Teilhaber gelten Sony, Panasonic, Pioneer und Warner.

(bk)

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