Ab heute neue eBay-Gebühren

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Das neue Gebührensystem des Auktionshauses gilt seit heute. Manches wird zwar einfacher und billiger – vieles aber auch teurer, weshalb zahlreiche Verkäufer protestieren und mit Boykott drohen.

Das von eBay vor anderthalb Wochen vorgestellte neue Gebührensystem ist seit heute in Kraft. Den Erfolg wird man abwarten müssen, im Vorfeld kam es allerdings bei den Verkäufern nicht allzu gut weg. Zwar erlässt das Auktionshaus Privatverkäufern bei Auktionen mit einem Startpreis von 1 Euro die Einstellgebühr und berechnet auch für das Galeriebild nichts, doch die höhere Verkaufsprovision zehrt diese Ersparnis schnell auf. Bei einem Verkaufspreis von 17 Euro zahlt der Verkäufer bereits eine Provision von 1,36 Euro (8 Prozent) – und damit mehr als früher, als die Einstellgebühr 49 Cent und die Provision 85 Cent (5 Prozent) betrugen, zusammen also 1,34 Euro.

Einfacher wird es, weil eBay für Privatverkäufer zahlreiche Ausnahmen bei den Gebühren, etwa für Bücher, CDs und DVDs abschafft. Bis auf Fahrzeuge gelten nun für alle Auktionen die gleichen Gebührensätze. Bei Fahrzeugen gibt es keine Einstellgebühr mehr und die Verkaufsprovision beträgt pauschal 49 Euro.

Für gewerbliche Verkäufer ändert sich etwas mehr. Für sie kommt es nun darauf an, in welche Rubriken sie ihre Produkte einstellen. eBay reduziert fast überall die Angebotsgebühr, bei einigen Produkten mit geringen Margen wie CDs und DVDs gar auf 5 Cent. Die Verkaufsprovisionen werden teils verringert, teils erhöht – mehr verrät diese Übersicht. Der Vorteil: die Gebühren orientieren sich stärker am Verkaufserfolg, der Verkäufer läuft nicht Gefahr hohe Einstellgebühren zu zahlen, obwohl er sein Produkt nicht verkaufen kann.

Bis zu einem Verkaufspreis von 50 Euro steigen allerdings die Provisionen von 5 auf 7 Prozent, was viele gewerbliche Verkäufer schmerzen dürfte. Sie können ihre Gebühren durch ein neues Rabattsystem zwar bis zu 36 Prozent drücken – das zu erreichen ist allerdings nicht ganz einfach. Denn das Auktionshaus versucht, seine Powerseller dazu zu bewegen, Paypal als Zahlungsmethode zu akzeptieren. 80 Prozent der eingestellten Angebote müssen mit dem Zahlungssystem des Auktionshauses bezahlt werden können, um überhaupt ins Rabattsystem zu kommen. Zudem braucht es sehr gute Bewertungen durch die Käufer: um die vollen 36 Prozent Nachlass zu erhalten, sind in den Kategorien “Artikel wie beschrieben”, “Kommunikation”, “Versandzeit” und “Versand- und Verpackungsgebühren” im Durchschnitt 4,8 Bewertungspunkte (maximal sind 5 erreichbar) notwendig und es müssen in jedem Bereich mindestens zehn Detailsbewertungen vorliegen.

In dieser Woche soll nun gestreikt werden – nicht wegen der neuen Gebühren, sondern auch wegen des neuen Bewertungssystems, das allerdings erst im Sommer eingeführt wird. eBay sieht dem aber gelassen entgegen, schließlich hätte es früher auch schon Streikdrohungen gegeben. (dd)

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