Kapitalismus leicht gemacht

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Davon träumt der Risikokapitalgeber: Ein Start-Up-Unternehmen hat eine Software entwickelt, mit der sich angeblich die Erfolgschancen anderer Start-Ups vorhersagen lassen.

YouNoodle.com nennt sich das Projekt zweier Oxford-Absolventen, bei dem künstliche Intelligenz an die Stelle herkömmlicher Bewertungsstrategien tritt.

Eine Vielzahl von Informationen soll in die komplexen Berechnungen einfließen, die YouNoodle.com anstellen will: Die Erfahrung und die sozialen und Business-Kontakte der Gründer werden als Faktoren genauso berücksichtigt wie die Frage, wie gut das Personal zusammenpasst. Was aber alles im Detail abgefragt wird, bleibt genauso Betriebsgeheimnis wie die Algorithmen, die der Kalkulation dienen.

Die Fachwelt ist einstweilen gespalten: Während einige Experten nicht ganz unlogisch meinen, dass das Neu-Unternehmen ihnen doch schon längst die Hölle hätte heiß machen können, wenn es wirklich so gut wäre, befinden sich immerhin zwei Paypal-Mitbegründer unter den Finanziers von YouNoodle.

Und der größten philosophischen Frage ist man bei dem Start-Up sowieso aus dem Weg gegangen – der Befragung des Orakels über das eigenen Schicksals. Denn – das räumen die Gründer ein- sollte die eigene Software sich negativ über die Chancen von YouNoodle äußern und damit Recht behalten ergo wieder die eigenen Funktionstüchtigkeit beweisen, müsste man wohl einen ganzen Sack Philosophen als Berater hinzuziehen. [gk]

New York Times