Microsoft: Angst vor dem Gefängnis hält Teenies von Copyright-Verbrechen ab

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Microsoft hat sich eine Studie bestellt, die zu genau diesem Ergebnis kommt. Und will das für eine neue Propaganda Erziehungskampagne nutzen, um den Jugendlichen den gebührenden Respekt für Urheberrechte beizubringen.

Da sollen gefälligst auch die Schulen mitwirken, meint Sherri Erickson, Global Manger von Microsofts Genuine Software Initiative: „Der verbreitete Zugang zum Internet hat das Problem mit den geistigen Eigentumsrechten bei Kindern und Heranwachsenden verstärkt. Die Umfrage bringt mehr Einsicht in das Mißverhältnis zwischen den richtigen Einstellungen zu geistigem Eigentum und den jungen Leuten von heute. Es macht auch die Chancen für die Schulen deutlich, ihre Schüler zu guten Online-Bürgern heranzuziehen.“

Der Studie zufolge erklärte jeder zweite befragte Teenager, er sei nicht mit den Regeln für das Content-Downloaden aus dem Internet vertraut. Nur 11 Prozent verstanden das ganz richtig im Sinne Microsofts, und von diesen wiederum waren 82 Prozent der Ansicht, dass illegale Downloads eine Strafe verdienten. Von denen, die nicht mit der Gesetzeslage vertraut waren, hielten nur 57 Prozent Strafen für angebracht. Jedenfalls, wenn Gefängnis drohe, würden sie das mit dem Downloaden noch mal überlegen.

Microsofts Studie ergab auch, dass viele Jugendliche Online-Musik für überteuert halten. 14 Prozent meinen, ein Song solle zwischen 50 US-Cent und einem Dollar kosten. 26 Prozent hielten weniger als 50 US-Cent für angebracht, und 21 Prozent forderten kostenlose digitale Songs.

Microsofts Knastdrohung liest sich so: „Wenn du diese Regeln nicht befolgst, setzt du dich hohen Geldstrafen und einer möglichen Gefängnisstrafe aus.“ Emily Berger von der Electronic Frontier Foundation hält das für rechtlich zweifelhaft, insbesondere wenn es um Teens unter 18 Jahrgen geht: „Ich glaube, sie benutzen das als Einschüchterungstaktik.“

(bk)

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