Der Google-Koch im Obdachlosenasyl

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Amerikanische Verhältnisse: Es ist nicht leicht, in San Francisco eine Bude für weniger als 1000 $ im Monat zu finden. Und so viel zahlt Google den Köchen der firmeneigenen Cafeterias auch wieder nicht.

Die PR-Dreher stellen die Cafeterias gerne als eine der besonderen sozialen Leistungen der Firma heraus. Da dürfen die Mitarbeiter für lau köstliches Bio-Essen spachteln, dessen Ingredenzien natürlich nur in der näheren Umgebung erzeugt wurden. Weniger gut passt dazu, wenn man nebenbei in der Zeitung erfährt, wo der Koch vielleicht seine Nächte verbringt.

Um eine realistische Reportage zu schreiben, übernachtete die Journalistin Amanda Witherell selbst in einem Obdachlosenasyl. Und traf dort interessante Leute wie den Koch aus dem Hause Google, der dort gerade ein paar Tage verbrachte und gründlich über amerikanische Verhältnisse aufklärte.

Es sei schlimmer geworden in den 10 Jahren, seit er in der Gegend lebt. Die Obdachlosenherbergen müsse er immer wieder mal benutzen. Und befindet sich dann zwischen Leuten, die mit Drogen handeln und Einbrüche machen, weil sie anders nicht an Geld kommen.

Er sucht eine neue Wohnung, aber bei Craigslist konnte er in der Preislage zwischen 500 und 1000 $ nichts finden. Manchmal lebt er auch in einem billigen Hotel für 200 $ die Woche, bis er wieder eine mit dem Gehalt eines Google-Kochs bezahlbare Wohnung gefunden hat. Und manchmal eben auch im Multi-Service Center South in 525 Bryant Street – das sei immerhin noch die beste Unterkunft für Obdachlose in San Francisco.

(bk)

Valleywag

The Guardian’s San Francisco