Chaostage beim Handyzulieferer Balda

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Der deutsche Hersteller kämpft seit einiger Zeit mit Schwierigkeiten. Nun sorgen Gerüchte von Zahlungsunfähigkeit und Firmenübernahme für Verunsicherung.

Die Balda AG bemüht sich nach Kräften, die Gerüchte zu zerstreuen, doch so ganz klar ist der Zustand des Unternehmens nicht. Nach dem Verkauf des defizitären Europageschäfts (Balda Solutions, Balda Werkzeugbau, Balda Solutions Hungaria Kft) an die KS Plastic Solutions GmbH zum Jahresende 2007 schienen die Probleme zunächst bereinigt. Doch schon holt die Vergangenheit Balda wieder ein.

Der Käufer der ehemaligen Balda-Tochterfirmen hat eigenen Angaben zufolge Schwierigkeiten, seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern nachzukommen und macht hierfür die Balda AG verantwortlich. Balda schickt ein Dementi hinterher und beteuert, dass man allen Verpflichtungen nachgekommen sei.

Selbst Analysten wie LBBW-Experte Stephan Wittwer blicken nicht mehr durch. Er bezeichnete den Nachrichtenfluss als katastrophal, nachdem auch Balda-Vorstandschef Joachim Gut erklärte, dass man nicht wisse, was bei der KS Plastic vor sich gehe.

Ein Sprecher der Balda Solutions Deutschland GmbH bestätigte nun Gerüchte, wonach aus den drei verkauften Tochtergesellschaften ein Verlust von bis zu 40 Millionen Euro ungedeckt sei. Wie hoch die Verluste bei den Ex-Töchtern tatsächlich sind, ist völlig unklar.

Der Markt hofft nun, dass spätestens die Balda-Bilanzpressekonferenz am 19. März Klarheit bringen werde. Hier sollten die echten Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2007 vorliegen.

Übrigens sollen die asiatischen Zulieferspezialisten Foxconn und Flextronics bereits ihre Fühler für eine Übernahme ausgestreckt haben. Sie interessieren sich für das Touchscreen-Geschäft von Balda. (rm)

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