Google kann Yahoo nicht mehr helfen

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Sie möchten so gerne mit Yahoo ins Bett. Doch um nicht selbst ins Visier der Kartellwächter zu geraten, müssen sie Yahoo schutzlos der Milliarden-Attacke Microsofts überlassen.

Selbst die in den letzten Tagen gehandelte Werbekooperation zwischen Google und Yahoo fällt flach. Denn die Nr. 1 und die Nr. 2 des Suchmaschinenmarktes deckten zusammen 80 Prozent des US-Marktes ab, wenn Google die Werbevermarktung mit übernähme. Das brächte höchst unerwünschte Aufmerksamkeit der für die Marktregulierung zuständigen Behörden, und dem will sich Google nicht aussetzen.

Warnendes Beispiel: Microsoft war durch kartellrechtliche Probleme über Jahre hinweg gefesselt. Kann jetzt aber mit Geldspeichern nach Yahoo werfen, ohne in diesem Bereich neue Kartellprobleme befürchten zu müssen. Die meisten Beobachter rechnen daher weiterhin mit einer Yahoo-Übernahme durch Microsoft, allerdings zu einem noch höheren Preis als 45 Milliarden $.

Yahoo will der drohenden Assimiliation noch immer entgehen. Neben einer Fusion mit AOL richten sich die Hoffnungen offenbar auch auf ein Zusammengehen mit MySpace, das zu News Corp gehört. Eine Yahoo-MySpace-Kombination könnte mit der größten Anzahl von Unique Users prahlen, über die ein Web-Konglomerat verfügt.

Völlig gelähmt ist Yahoo jedenfalls noch nicht durch die Übernahmeschlacht. Das Alltagsgeschäft der Übernahmen kleinerer Firmen geht weiter. Yahoo selbst kaufte sich nebenbei für 10 Millionen $ Maven Networks, einen Dienstleister für Webvideos.

(bk)

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