Brockhaus stellt sich Wikipedia

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Die Zierde eines jeden Bücherschranks in massivem Nussbaum wird voraussichtlich nie wieder in einer Tote-Bäume-Ausgabe erscheinen. Die kommerzielle Enzyklopädie geht online – und nur noch online.

Den Ausschlag gibt ein Verlust „in der Größenordnung von mehreren Millionen Euro“, den der Mannheimer Brockhaus-Verlag in seiner Bilanz für das Jahr 2007 ausweisen muss. Das zwingt zu „umfassenden Kostensenkungsmaßnahmen“: Gedruckt wird das vielbändige, traditionelle Werk wahrscheinlich nie wieder, und 50 der 450 Mitarbeiter werden in die Wüste geschickt. Vor allem aber gibt es ab Mitte April den Brockhaus als kostenloses, werbefinanziertes Lexikon-Portal. Ab Herbst soll eine werbefreie, ebenfalls kostenlose Variante für Schulen folgen.

Vom freien Konkurrenten Wikipedia reden die Brockhaus-Online-Verleger nicht. Schlagen aber bereits nach der freien enzyklopädischen Konkurrenz, indem sie „das relevante, nicht-manipulierbare Brockhaus-Wissen“ für sich reklamieren.

(bk)

SWR

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