Yahoo auf der Flucht vor Microsoft: Fusion mit AOL?

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Hört sich nach einer Koalition der Verlierer an. Doch Yahoo will auf keinen Fall ein Schicksal bei Microsoft erleiden, wie es AOL bei Time-Warner widerfahren ist.

Klare Gerüchtelage ist derzeit, dass Jerry Yang, wieder mal und noch Chef von Yahoo, heute die Ablehnung des unmoralischen Microsoft-Übernahmeangebots über 45 Milliarden $ verkünden wird. Was ihn und das Management allerdings unter den Beschuss der eigenen Aktionäre bringen könnte, die nach den laufenden schlechten Geschäften vielleicht doch lieber Kasse machen wollen. Daher ist Eile geboten, wenn es doch noch eine Lösung ohne einen neuen Oberbefehlshaber Ballmer geben soll.

So kam es zur AOL-Option, der Yahoo jetzt angeblich nachgeht. AOL und Yahoo haben gemeinsam, dass sie eine Menge Webtraffic auf sich ziehen, daraus jedoch nur einen relativ bescheidenen geschäftlichen Nutzen zu ziehen vermögen. Das wäre nicht unbedingt die beste Voraussetzung, es zusammen besser machen zu können.

Wie durchsickerte, haben die Berater von Goldman Sachs und Lehman Brothers auch eine mehr oder weniger enge Anbindung an Google oder Disney in Betracht gezogen. Yahoo und AOL waren schon früher miteinander im Gespräch, konnten sich aber nicht über den Preis einigen.

Das könnte sich ändern, nachdem Microsofts höchst unerwünschtes Angebot die Yahoo-Manager unter Druck setzt und alle Welt mit einem wirtschaftlichen Rückgang rechnet. Ein kleines Stück Microsoft würde sich Yahoo allerdings auch damit einhandeln. Denn Microsoft war schon vorher da und hat sich bereit mit fünf Prozent bei AOL eingekauft.

(bk)

San Jose Mercury News