„Radikalreform“ bei Ebay

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Ebay reagiert auf seine Image- und Wachstumskrise und geht auf der deutschen Plattform einen eigenen Weg. Ab 20. Februar gibt es bei Ebay Deutschland zwei Gebührentabellen. Eine für private und eine für gewerbliche Anbieter.

Private Anbieter werden Auktionen mit einem Startpreis von einem Euro und Galeriebild kostenlos einstellen können. Dafür kann sich Ebay aber mehr vom Verkaufspreis abzwacken, wenn das Angebot einen Abnehmer findet.

Und es stellt sich gleich die Frage, ob das völlig kostenlose Einstellen nicht zu einer Flut von Müllangeboten führen wird. Wie man sie bereits bei anderen Auktionsplattformen beobachten konnte, die schon vor Jahr und Tag mit diesem Modell Einsteller lockten. Und wie hießen die noch mal alle?

Auf die gewerblichen Verkäufer warten unterschiedliche Einstellgebühren je nach Kategorie. Gut wegkommen sollen dabei diejenigen, die Computer und Unterhaltungselektronik über Ebay verticken. Da hierbei nur geringere Margen erzielbar seien, will sich Ebay bei Navis, Handys und dergleichen mit geringeren Einstellgebühren und Verkaufsprovisionen bescheiden. Und eben woanders mehr hinlangen.

Die Gebühren hat Ebay offenbar auch gezielt durcheinandergewirbelt, um die Kunden stärker zum eigenen Bezahldienst Paypal zu drängen, bei dem weitere Provisionen fällig sind. So können Powerseller bei Wohlverhalten und Paypal-Nutzung in den Genuss von Rabatten kommen – bei äußerstem Wohlverhalten bis zu 26 Prozent.

Die neuen Regeln gelten nicht in allen Ebay-Ländern, wie der deutsche Ebay-Chef Stefan Groß-Selbeck betont: „Die Trennung zwischen gewerblichen und privaten Anbietern und der Wegfall der Einstellgebühr für private Auktionen gibt es nur in Deutschland.“

Der radikale Auktionsreformer erwartet geringere Einnahmen aus den Einstellgebühren. Das aber soll das Handelsvolumen wachsen lassen und Ebay unter dem Strich wieder mehr bringen.

(bk)

Frankfurter Allgemeine Zeitung

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