Neue mobile Bezahlsysteme
Kommt das Handy-Payment?

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Bewegung am Markt: Vielleicht klappt es diesmal, und der ständige Begleiter Handy wird zum Alleskönner. Vodafone und O2 setzen auf bewährte Technologien, MasterCard nutzt Near Field Communication.

Kombination: Handy, Internet, SMS, Lastschrift

Neue mobile Bezahlsysteme

Nach einer aktuellen Studie des Internet-Verbandes eco war bislang die Technologie für mobiles Bezahlen zu kompliziert, die Abrechnung zu teuer: Viele kleine Insellösungen mit unterschiedlicher Bedienung verhinderten die notwendige breite Akzeptanz; EC- und Kreditkarten waren daher bisher in der Überzahl. Doch das “M-Payment” wird zukünftig zu einem alltäglichen Zahlungsmittel, wie es in Ländern wie Österreich oder Asien längst der Fall ist, schätzt Eco ein.

Noch im vergangenen Jahr schätzte Computerbetrug.de in seiner Auflistung sicherer Payment-Systeme das Handy-Payment noch so ein: “Noch ist keine ausgereifte Lösung in Deutschland in Sicht“.


Handy-Payment, wie es sich Philips Research vergangenes Jahr noch vorstellte

Nun kündigten Ende Januar Vodafone und O2 gemeinsam ein neues Bezahlsystem an. Dabei setzen sie nicht auf technische Innovationen, sondern auf Bewährtes, indem sie zwei Kommunikationswege kombinieren: Internet und Handy. Wenn ein Kunde online einkauft, gibt er zunächst seine Mobilfunk-Nummer und ein Passwort im Online-Shop des Händlers ein und erhält dann eine SMS. Er bestätigt sie – Ware gekauft.

Der Händler hat wenig mit der Zahlung zu tun, die Abwicklung übernehmen die Mobilfunkunternehmen. Somit muss der Händler bloß auf eine SMS warten, die ihm bestätigt, dass der fällige Betrag vom Konto des Kunden per Lastschrift abgebucht wurde. Dann kann er die Ware liefern. Konkrete Kundendaten soll er nicht erhalten.

Das bedeutet Zahlungssicherheit für den Händler – ein großer Vorteil, denn bekanntlich steht und fällt der Online-Handel mit der Zahlung. Ein weiterer Vorteil für den Händler: Er kann neue Kunden gewinnen – sofern sich das Bezahlsystem am Markt durchsetzen kann. Vodafone und O2 setzen dabei auf Akzeptanz, denn ihre 13 Millionen Vertragskunden sind ja schon samt Kontodaten bei ihnen angemeldet und benötigen keine weitere Registrierung.

Wer ein Firmen-Handy hat, Prepaid-Geräte bevorzugt oder gar Kunde eines anderen Mobilfunkanbieters ist, muss sich kostenfrei registrieren. Damit können alle 70 Millionen Bank- und Mobilfunkkunden das für Ende März angekündigte Verfahren nutzen.


MasterCard: Mobile Kreditkarte mit Near Field Communication

Neue mobile Bezahlsysteme

Während Vodafone und O2 auf die Kombination vorn bewährten Verfahren setzen, macht MasterCard derzeit seine Kreditkarte mobil und setzt dabei auf technisch innovative Verfahren: Mit dem Payment-System PayPass, auf der neuen Lufthansa Miles & More Kreditkarte ausgegeben, können Kunden Beträge bis 25 Euro ohne PIN oder Unterschrift berührungslos bezahlen, indem sie die Karte einfach vor ein Lesegerät halten.


Berührungslos zahlen mit Kreditkarte: Die Near Field communication macht PayPass möglich

Technische Basis hierfür ist die “Near Field Communication” (NFC). Dahinter verbirgt sich eine drahtlose Funktechnologie, die mit einer Frequenz von 13,56 MHz für den Nahbereich ausgerichtet ist.

Die erste Akzeptanzstelle wird der Brezelstand Mayer’s Snack Mobile sein. Darüber hinaus sollen alle Gastro-Einrichtungen des neuen Airbus-A380-Terminals in Frankfurt am Main das Zahlungsmittel PayPass akzeptieren.

Vorteile für den Kunden: Er hat ein international einsetzbares Zahlungsmittel, die Kleingeld-Sucherei entfällt, der Zahlvorgang geht schnell, und er gibt die Karte nicht aus der Hand. Im Laden bilden sich weniger Schlangen – gut auch für den Händler, der Reisende aus aller Welt schnell bedienen kann. PayPass-Projekte gibt es in der Schweiz, Frankreich, Großbritannien, der Türkei, in Taiwan, Australien, USA, Kanada, Mexico, Korea, Japan, Libanon, Malaysia, Thailand und auf den Philippinen.

Außerdem kaufen mobil zahlende Kunden mehr. Laut MasterCard steigt der Umsatz pro Transaktion durch PayPass gegenüber Bargeld um 22 Prozent.

Händler benötigen ein zusätzliches NFC-fähiges Lesegerät, das an das Terminal angeschlossen wird, über welches dann die kontaktlose Transaktion ausgelöst wird. Ein Händler sollte laut MasterCard mit seinem Acquirer/Terminaldienstleister Kontakt aufnehmen und sich nach entsprechenden Erweiterungsoptionen erkundigen. Zusätzliche Transaktionskosten entstehen nicht.

NFC gilt derzeit als kommende Technologie – nicht nur auf der Chipkarte, sondern vor allem auf dem Handy. In der Türkei wird beispielsweise gerade PayPass als Handy-Applikation getestet. Die Kombination mit der SIM-Karte des Handys soll mehr Sicherheit ermöglichen, das Display erlaubt eine zusätzliche Bestätigung der Zahlung. Nach Ergebnissen der eingangs erwähnten eco-Studie legen deutsche Konsumenten besonders viel Wert auf eine derartige zusätzliche Kontrolle. Und die ist über das Handy gut möglich.