Yahoo will sich nicht feindlich übernehmen lassen

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Zur letzten Silbe von Microhoo zu werden, begeistert bei Yahoo immer weniger. Und auch die Investoren senkten den Daumen und ließen Microsofts Aktienkurs sinken.

Die Papiere sanken seit Microsofts Übernahmeangebot von 33 $ auf 28,52 $. Das bedeutet auch, dass sich das Angebot seither deutlich verschlechtert hat, denn die Bezahlung sollte zu einem guten Teil in Form von Aktien erfolgen. Wenn es noch etwas werden soll, müsste MS in jedem Fall noch einen Geldspeicher nachlegen.

Yahoo-CEO Jerry Yang will sich mit der Entscheidung Zeit lassen und informierte die Mitarbeiter in einer internen Mail, der Aufsichtsrat prüfe „ein breites Feld potenzieller strategischer Alternativen“. Entscheidungen wurden noch keine getroffen, wie Yahoo der Börsenaufsicht SEC mitteilte. Die Investmentbanken Lehman Bros. Und Goldman, Sachs & Co. wurden mit der Einschätzung der Optionen beauftragt.

Analysten zufolge hätte Yahoo durch eine Zusammenarbeit in der Suchwerbung mit Google die besten Chancen, unabhängig zu bleiben. Obwohl auch das zu kartellrechtlichen Bedenken führen könnte, ließe ein solcher Pakt die Tür für andere Angebote oder ein kräftig erhöhtes Angebot von Microsoft offen.

Der erhoffte weiße Ritter, der Microsofts Angebot übertrumpft, hat sich bislang allerdings nicht in die Nähe der Braut gewagt. Murdochs News Corp. und andere winkten bereits ab.

Google kann aus regulatorischen Gründen nicht für Yahoo bieten. Aber alles unterhalb davon ist drin, wie es ein Insider einschätzt: „Jerry ist höllisch motiviert, alles nur Denkbare zu versuchen. Google ist ein aggressiver Wettbewerber und wird jederzeit alles unternehmen, damit Microsoft keinen Fuß in die Tür bekommt.“

(bk)

Los Angeles Times