Chinesen zensieren nun schon Berichte über Zensur

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Das Reich der Mitte will mit seiner großen chinesischen Firewall das Land vor Gedankengut aus dem Ausland abschotten und im Inland praktisch ein gut kontrolliertes Intranet aus dem Internet machen.

Ein gemeinsamer Bericht der Organisation “Reporter ohne Grenzen” und der “Chinese Human Rights Defenders” über das Ausmaß der staatlichen Zensurmaßnahmen in China erfuhr nur wenige Stunden nach Veröffentlichung das gleiche Schicksal wie alle anderen regierungskritischen Inhalte: Yang Le, als Leiter des Informationsbüros in Beijing der Chef-Zensor, reagierte prompt und ließ landesweit entscheidende Schlüsselbegriffe blockieren, die im betreffenden Bericht vorkommen. Chinesische Suchmaschinenbetreiber wurden angewiesen, dass die Suche nach diesen Wörtern nicht vollzogen werden darf.
Die große Firewall Chinas soll laut Journalisten schon aus rund 30.000 Personen bestehen, die für die staatliche Internet-Polizei arbeiten. Sie vollziehen die Zensur aller Inhalte und überwachen alle PC-Benutzer des Landes, die sich ins Netz einloggen. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen sitzen in China 33 Journalisten und 50 Internetdissidenten in Haft. Die Behörden seien bemüht, aus dem Internet ein Intranet zu machen, das ausschließlich zur Kommunikation innerhalb des Landes und für ausgewählte Benutzer zur Verfügung stehen soll.
(rm)

Techdirt

Gulli