Tuning-Tool Vistatuning
Systembeschleunigung mittels Placebo-Effekt

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Tuning-Programme sollen PC-Systemen zu mehr Leistung verhelfen. In diese Kerbe schlägt auch Vistatuning, das sich vollmundig als Tuning-Wunder anpreist. Schon ein Mausklick soll ausreichen, um Windows-Systeme merklich zu beschleunigen. PC Professionell hat wieder mal nachgemessen.

Verschachtelte Tuning-Einstellungen

Tuning-Tool Vistatuning

Tuning auf Knopfdruck: Vistatuning soll den PC im Handumdrehen beschleunigen. [Klick ins Bild zeigt ganzen Screen]

Bevor man sich mit Vistatuning an dessen “1-Klick-Optimierung” versuchen darf, gilt es zuerst herauszufinden, welche Systeme dafür eigentlich in Frage kommen. Anders als Verpackung und Programmname suggerieren läuft die Software nämlich nicht nur auf den Vista-Versionen Basic, Home und Business, sondern verrichtet ihren Dienst auch unter Vista Ultima und Windows XP. Unabhängig vom Betriebssystem startet das Programm jedoch nur mit aufgespieltem .NET Framework 2.0, das aber nicht der Installations-CD beiliegt.

Tuning-Märchen: Das Freiräumen des Arbeitsspeichers war zu Zeiten von Windows NT sinnvoll, beschleunigt aber weder XP noch Vista. [Klick ins Bild zeigt ganzen Screen]

Sind die Setup-Hürden genommen, präsentiert sich Vistatuning in funktionalem Design, aber etwas verschachtelter Anordnung seiner Tuning-Optionen. Diese sind in verschiedene Rubriken gegliedert, darunter Sicherheits- und Internet-Einstellungen sowie kleine Tools vom Schlage eines Autostart-Managers. Aus Programmsicht unbedingt empfehlenswerte, aber noch nicht vorgenommene Einstellungen markiert das Tool mit einem roten Symbol, weniger wichtige dagegen mit einem gelben Icon. Die Tuning-Palette umfasst durchaus sinnvolle Funktionen wie “Bootvorgang beschleunigen”, “Bandbreitenlimitierung aufheben” und “Freigaben schneller anzeigen”.

Riskant: Der Testkandidat empfiehlt, den Phishing-Filter des IE7 zu deaktivieren. Fragwürdige Begründung: Der Dienst beansprucht viele Systemressourcen. [Klick ins Bild zeigt ganzen Screen]

So mancher Tuning-Tipp geht aber bestenfalls als fragwürdig durch, weil er Geschwindigkeit vor Sicherheit stellt. Beispiele für vermeintliche Systembremsen sind der Phishing-Filter des Internet Explorer 7 sowie der Dienst zur Systemwiederherstellung. Anwender, die solchen Hinweisen vertrauen und beides deaktivieren, erhöhen damit keineswegs die Stabilität und Zuverlässigkeit ihres Systems – auch wenn Vistatuning auf der Verpackung gegenteiliges behauptet. Immerhin gibt es eine eingebaute Notbremse: Die Restore-Funktion erlaubt es, vorgenommene Änderungen schnell rückgängig zu machen.

Die Restore-Funktion von Vistatuning macht ausgewählte Tuning-Einstellungen wieder rückgängig.[Klick ins Bild zeigt ganzen Screen]


Windows-Doping durch 1-Klick-Optimierung

Tuning-Tool Vistatuning

Eiligen Anwendern bietet Vistatuning den Menüpunkt “1-Klick-Optimierung” an, der auch als separate Verknüpfung im Startmenü und auf dem Desktop liegt. Die Tuning-Künste dieses Moduls sind allerdings recht bescheiden. Der Testkandidat beschränkt sich darauf, temporäre Daten und überflüssige Registry-Einträge zu löschen und versucht, die Internet-Einstellungen zu optimieren. Dabei bleibt allerdings unklar, auf welche Weise das geschieht. Das Resultat ist jedenfalls ernüchternd.

Bescheiden: Die Systemoptimierung von Vistatuning entpuppt sich als leeres Versprechen. Die Leistungsverbesserung des Test-PCs bewegt sich innerhalb der Messtoleranz.

Obwohl Vistatuning verspricht, auch ältere PCs so zu beschleunigen, dass sie den erhöhten Hardware-Anforderungen von Windows Vista gerecht werden, ist im Test nichts davon zu merken. Mit COSBI Opensourcemark 1.0beta8 vor und nach der Optimierung durchgeführte Benchmarks zeigen keine Verbesserungen. Zwar sind die Werte leicht unterschiedlich, liegen aber innerhalb der Messtoleranz.


Testergebnis Vistatuning

Tuning-Tool Vistatuning

Fazit: Enthält keine leistungssteigernden Mittel
Vistatuning verspricht viel und hält wenig. Trotz einigen sinnvollen Features enthält das Programm mit der “1-Klick-Optimierungsfunktion” und fragwürdigen Sicherheitstipps aber nicht nur viel heiße Luft, sondern auch fragwürdige Tuning-Ratschläge. Zudem lässt sich ein Leistungsgewinn im Test weder auf Windows-XP- noch Vista-Rechnern feststellen. Wer einen älteren Rechner fit für das neue Microsoft-Betriebssystem machen will, kann sich die 20 Euro für Vistatuning getrost sparen und investiert lieber in neue Hardware.

Produktname: Vistatuning
Hersteller: Avanquest
Internet: www.avanquest.de
Preis: 20 Euro

Note: mangelhaft
Leistung (40%): mangelhaft
Ausstattung (30%): ausreichend
Bedienung (30%): befriedigend

Das ist neu
– Ein-Klick-Optimierung
– Tuning für Windows Vista und XP
– Integrierte Update-Funktion

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows XP, Vista
Prozessor: ab Pentium III/1,3 GHz (XP) Pentium 4/2 GHz (Vista)
Arbeitsspeicher: ab 256 MByte (XP), 512 MByte (Vista)