Steuern sparen mit Microsoft

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Ein weiteres mal zeigt sich, wer wirklich was vom grossen Geschäft versteht. Nein, es ist nicht Nokia.

Während hierzulande noch über emsige finnische Telefonhersteller geklagt wird, die mit lokalen Steuermillionen in der Tasche längst in Richtung Balkan unterwegs sind, zeigt uns der weltgrösste Softwarekonzern, wie man das im grossen Stil macht. Jeff Reifman schreibt aktuell in Seattles Crosscut.com über einen genialen Plan des global führenden Fensterherstellers, der aber dazu führen könnte, dass genau dieses Unternehmen in Zukunft von der Welt abgeschnitten ist. Reifman weist darauf hin, dass Microsoft zwar in Redmond im US-Bundesstaat Washington Software produziert, und dort auch die Herstellungskosten versteuert, den Sitz seiner Verkaufsabteilung aber ins Steuerparadies Nevada verlagert hat. Durch das Briefkastenbüro in Reno, so schätzt Jeff, hat der Konzern in den letzten elf Jahren dieser Geschäftspraxis rund 528 Millionen US-Dollar eingespart. Diese halbe Milliarde fehlt nun im Staatshaushalt von Washington, so dass öffentliche Projekte wie die Reparatur der alterschwache Brücke an der 520 nicht finanziert werden können. Diese Brücke aber wird von den meisten Microsoft-Angestellten auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz genutzt, was in naher Zukunft zu einem echten Problem führen würde. Jeff weiss, wovon er spricht, er hat von 91 bis 99 für den erwähnten Konzern als Technology Manager gearbeitet. Und der Generalstaatsanwalt Rob McKenna, so sagt Jeff, weiss auch Bescheid, und sollte sich um das Problem kümmern. Wir sind gespannt. [fe]

Crosscut