RIAA: Komponisten sollen weniger bekommen

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Nach dem erfolglosen Kreuzzug on Filesharing geht die Musiklobby jetzt gegen Songschreiber vor.

Wie ursprünglich vom Hollywood Reporter verbreitet, führen die Generäle der Musikkonzerne derzeit Verhandlungen mit den grossen Musikportalen (iTunes und der Rest). Man verständigte sich darauf, so der Reporter, in Zukunft an die Komponisten der Songs weniger Tantiemen auszuschütten. Derzeit beträgt deren Anteil am Grosshandelspreis 13 Prozent. Geht es nach den Musikbossen, soll dieser auf acht Prozent sinken. Als Grund für die gewünschte Änderung nennt die RIAA die besonders hohen Kosten für Musikproduzenten beim Umstieg auf digitalen Vertrieb (Hä?). Jetzt muss das US Copyright Royalty Board noch zustimmen. Auch in Deutschland bemüht sich der nationale Arm der IFPI regelmässig, den Anteil der eigentlichen Urheber an den GEMA-Tantiemen zugunsten der Verlage zu senken. OK. Wir können Songschreiber und Musiker ins Prekariat abdrängen. Nur: wer stellt dann die Musik her, und wer möchte die paar verbleibenden Billigproduktionen zu marktfernen Preisen kaufen? Ist es immer so, dass eine Konzentration auf Shareholder-Value statt auf Produktqualität zu galoppierendem Realitätsverlust führt? [fe]

Inquirer UK