Gartner blickt in die verwaschene Glaskugel

Allgemein

Um die Zukunftsprognosen der Analysten von Gartner herrscht immer heftige Medienbetriebsamkeit. Doch ebenso, wie Bill Gates auf der CES keine Visionen präsentierte, hat Gartner nun auch nichts anderes vorzuweisen als das, was ohnehin offensichtlich ist.

Die Network World war so frei, Gartners Vorhersagen für 2008 und die Zukunft zu komplett zu veröffentlichen – Einzelheiten hat man schon zuvor an die Öffentlichkeit getragen, um seine Studie zu vermarkten, etwa die Geschichte mit Apples Marktchancen (wir berichteten). Doch der Leser ist nicht mehr, wie früher des Öfteren, von Gartners Vorhersagen überrascht: Die Analysten haben wohl nur Eins und Eins zusammengezählt.

Deren diesjährige Studie zu kaufen, kann sich der aufmerksame IT-Profi also sparen. Hier die Ergebnisse in Kürze: Die Umweltschutzgedanken werden zunehmen – “Enviromental Concerns” spielen eine verstärkte Rolle für Hersteller wie Kunden (“Schon 2009 führen mehr als ein Drittel aller IT-Unternehmen ökologische Kriterien beim Kauf von Gütern fest ein”). Und OpenSource in kommerziellen Produkten wird massiv zunehmen. Ah ja, die immer besseren Smartphones stoppen den Notebook-Boom. Aha.

Seltsam ist die positive Marktprognose für 3D-Drucker, die offenbar jetzt in den USA erst auf den Markt kamen – in Deutschland gibt es die schon seit 10 Jahren und sie tummeln sich in lukrativen Nischenmärkten. Kommen aber noch preiswertere 3D-Drucker von japanischen Unternehmen, könnte Gartners Prognose immerhin wahr werden.

Und noch eine Prognose: Soft- und Hardware werden künftig nicht mehr gekauft, sondern gemietet. Klar, SaaS und Rechenzentren sind wieder im Kommen – doch ob Gartner den Zeitraum richtig einschätzt? (mk)

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