Internetzensur führt zu Todesstrafe

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In Afghanistan soll ein junger Journalist hingerichtet werden, weil er eine fundamentalistische Auslegung des Korans kritisierte.

Sayed Pervez Kambaksh, 23, studiert Journalismus an der afghanischen Balkh Universität. Er beging den Fehler, ein Dokument in Farsi herunterzuladen und an Dritte weiterzugeben. In diesem Dokument wird die fundamentalistische Auslegung von Koranstellen kritisiert, mit welcher die Unterdrückung der Frau gerechtfertigt werden soll. Herr Kambaksh wurde nun von einem religiösen Sharia-Gericht angeklagt und der Blasphemie für schuldig befunden. Die afghanische Regierung um Hamid Karzai unterstützt das Urteil. Wohlgemerkt: hier geht es nicht etwa um einen Fall in der von Taliban beabspruchten Zone des Landes, sondern um das „befreite“ Afghanistan, dem Verbündeten des Westens, für dessen Verteidigung die NATO-Oberen unlängst in scharfer Form auch deutsche Truppen eingefordert haben. Geht es hier also um die Bewahrung von freiheitlich-demokratischen Prinzipien oder nur um die Sicherung von Öl-Pipeline-Trassen aus den zentral-asiatischen Schurkistan-Staaten? Der geschätzte Inquirer-Leser verzeihe mir diese rhetorische Frage… [fe]

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