Yahoo bestätigt Microsoft-Angebot, Analysten geben grünes Licht

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“Gemach, gemach!”, meint Yahoo und nimmt sich das Wochenende zum genaueren Abwägen des Milliarden-Angebots. Analysten meinen, der Deal sei das Beste was Yahoo derzeit passieren könne.

Der Suchmaschinenpionier bestätigt, das 44,6-Milliarden-Angebot von Microsoft für eine Yahoo-Übernahme erhalten zu haben. Während sich Analysten und Presse schon Minuten nach der Meldung mit Meinungen und Analysen überschlagen, ist man bei Yahoo entspannt: Man werde laut eigener Mitteilung das Angebot “vorsichtig und zeitnah” überprüfen, aber das “im Kontext der strategischen Planungen von Yahoo”, um den “bestmöglichen Langzeit-Nutzen” für die Aktionäre herauszuholen.

Während Blogger und Online-Kommentatoren die Situation nutzen, um über “den Kampf um Weltherrschaft” (Originalzitat) zu lamentieren, laborieren Aktienanalysten in langen Worten über die Geschichte der Yahoo-Microsoft-Beziehungen und die Entwicklungen der Aktienkurse.

So sind bei Reuters online satte 8 Seiten in kleiner Schrift mit Kommentaren der Analysten zu lesen.. Laura Martin von Media Metrics in New York meint etwa, der Deal sei für Microsoft- wie Yahoo-Aktionäre begrüßenswert, insbesondere weil MS sich der zunehmenden Google-Dominanz erwehren müsse und Yahoo alleine ziemlich schwach dastünde. Google selbst sei diesmal sicher nicht daran interessiert, ein Gegenangebot zu machen. Da würden sich eher Giganten wie News Corp., Comcast oder GE anbieten.

Tim Smalls von den Stockbrokern der Firma Execution LLC in Connecticut aber ist schockiert darüber, dass Microsoft so eine “exorbitante Summe für das dahinschwindende Yahoo-Geschäft” aufbringen will. Gene Munster on Piper Jaffray wiederum glaubt, dass Microsoft gar nichts anderes übrigbleibt, weil man einfach nicht hingekriegt hätte, etwas aus MSN zu machen. Die Wahrscheinlichkeit, auf Googles Position aufzuholen, sei aber auch zusammen mit Yahoo gering – ohne Yahoo jedoch “verschwindend” klein.

Ben Wood von CCS insight in London dreht das Rad noch weiter in die Zukunft des mobilen Internet : Yahoo habe gerade im Mobilfunkmarkt schon weltweit viele Verträge mit Mobilfunk-Anbietern, Microsoft könne das nutzen ohne selbst zu investieren.

Und so geht es weiter in der Analystenliste, die Reuters wohl minütlich aktualisiert. Das Credo aller befragten Finanz- und Markspezialisten: Yahoo sollte “Ja!” sagen, sehr viel mehr Geld könne man nicht mehr rausholen. Und Microsoft hätte endlich mal einen (ganzen) Fuß im Internet-Markt. (mk)

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