DOSSIERS
HD-DVD vs. Blu-ray
Das Ende des Formatstreits
Der Kunde ist am Ende der Leidtragende
HD-DVD vs. Blu-ray
Jahrelang war für Technikenthusiasten unklar für welches Format sie sich entscheiden sollen. Im wöchentlichen Rhythmus trudelten Meldungen ein, die abwechselnd den Sieg von Blu-ray und HD-DVD ankündigten. Doch dieses Mal sieht es für das von Toshiba und Microsoft gestützte Format alles andere als gut aus. Microsoft plante mit seiner Xbox360-Konsole HD-DVD zu einer besseren Marktlage zu verhelfen und lieferte deswegen kostengünstige externe Laufwerke aus, die die Datenträger unterstützten. Doch nun springt auch der Softwaregigant ab und liebäugelt mit Sonys Disks. Marketing-Manager Albert Penello erklärte auf der diesjährigen CES, dass er sich durchaus eine Xbox mit Blu-ray-Laufwerk vorstellen kann: “Das sollte die Entscheidung der Kunden sein; und wenn die für Blu-ray stimmen, ist das etwas, was wir berücksichtigen müssen”.

Mit dem HD-DVD-Laufwerk für die Xbox hat Microsoft im Formatstreit versucht zu punkten.
Ähnlich wie Microsoft scheint es inzwischen den meisten Unterstützern des HD-DVD-Formats zu ergehen – sie richten sich nach der Nachfrage der Kundschaft. Blu-ray und damit Sony haben nun mal von Anfang an die bessere Marketingmaschinerie gestartet und bereits früh die potentiellen Käufer in ihren Bann gezogen. Da konnte HD-DVD einfach nicht mithalten und so wundert es niemanden, dass das Format inzwischen immer weniger Anerkennung findet. Selbst die Pornoindustrie, die bislang fest zum Toshiba-Format gehalten hat, geriet kurzzeitig ins Schwanken und plante einen Wechsel zu Sonys Pendant. So ist es nicht verwunderlich, dass die letzten verbliebenen Hollywood-Unterstützer Paramout und Universal einen Umstieg zumindest in Erwägung ziehen. Paramount stärkt Toshiba zwar den Rücken – doch wie lange noch? Universal gab indes einige Tage nach Warners Ankündigung, bekannt die Verträge mit dem japanischen Unternehmen auslaufen zu lassen und sich so die Möglichkeit, Blu-ray-Scheiben zu produzieren, zumindest offenzuhalten.

Bild: Blueraytechnologies
Dabei entgeht den meisten Studios die Tatsache, dass kaum ein derzeit verkaufter Blu-ray-Player die Spezifikationen für das B
lu-ray 1.1 und 2.0 Profil erfüllt. Dieses ist eine Erweiterung der gewöhnlichen Blu-ray-Scheibe und erlaubt einige Zusatz-Funktionen: Unter anderem können damit Bild-in-Bild-Features (1.1) und Inhalte aus dem Web (2.0) eingeblendet werden. Zusätzliches Ärgernis: Sowohl Blu-ray 1.1- als auch 2.0-Disks sind inkompatibel mit 1.0-Playern, wie sie bisher im Handel erhältlich sind. Voraussetzung, um die neuen Datenträger abspielen zu können, sind 1 GByte lokaler Speicher für Updates und Inhalte, eine Internet-Anbindung sowie ein zusätzlicher Video- und Audio-Decoder. Im Endeffekt läuft es also darauf hinaus, dass Frühkäufer von Blu-ray-Abspielgeräten sich auf kurz oder lang dennoch einen neuen Player kaufen müssen.
HD-DVD unterstützt solche Funktionen von Haus aus. Der zusätzliche Decoder wurde bei den Blu-ray-Geräten aus Kostengründen gestrichen. Interessanterweise schiebt das Blu-ray-Lager die Schuld für die Misere auf die HD-DVD-Gruppe. Denn, ohne Format-Krieg hätte man noch ein Jahr warten können. Auch die Einstellung gegenüber den frühen Blu-ray-Kunden ist alles andere als vorbildlich: “Sie wussten, worauf sie sich einlassen”, begründet die Blu-ray-Fraktion. Die Käufer haben inzwischen leider kaum eine Wahl: Der Blu-ray-Zug kommt in rasender Geschwindigkeit immer näher und sämtliche großen Studios sind bereits aufgesprungen.
Immerhin: Ein weiterer Funken Hoffnung bleibt für die HD-DVD. Zumindest im PC-Bereich ist der Datenträger das technisch vorteilhaftere Format und Experten könnten sich den Einsatz in dieser Branche gut vorstellen.






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