Pirate Bay muss vor den Kadi

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Dass Torrents an sich keine Raubkopien sind, hat sich sogar bis in Justizkreise herumgesprochen. Deswegen sollen die Pirate-Bay-Betreiber jetzt wegen Beihilfe und Verschwörung zum Verstoß gegen das Urheberrecht dran glauben.

Da freut sich der Winkeladvokat: Da auf Pirate Bay selbst kein Raubgut zu finden ist, argumentiert der schwedische Staatsanwalt Hakan Roswall um die Ecke und will am 31. Januar mit seiner Anklage das Torrent-Verzeichnis wegen Komplizenschaft drankriegen. Pirate Bay sei nicht nur eine Suchmaschine, sondern “aktiver Teil einer Aktion, die darauf abzielt und auch dazu führt, dass urheberrechtlich geschütztes Material zugänglich gemacht wird”.

So schön quallen kann man eigentlich nur, wenn man verdrängt, dass auch juristisch nicht umstrittene Suchmaschinen auf Anfrage die Adressen von Torrents ausspucken – aber mit milliardenschweren Unternehmen scheint die schwedische Justiz sich nicht gerade anlegen zu wollen.

Ein Sprecher von Pirate Bay erklärte das ganze Vorhaben dann auch zur Idiotie und ließ verlauten , dass auch bei einer Verurteilung die Site nicht heruntergefahren werde – wo die Server stünden, wisse sowieso niemand, nicht mal die Betreiber von Pirate Bay selbst. [gk]

Sydney Morning Herald / Reuters