Nokia-Mitarbeiter: Menschenkette um das Bochumer Werk

FinanzmarktUnternehmen

Nach der Werksschließung werden die über 2000 Mitarbeiter auf die Straße gesetzt. Doch sie wollen nicht kampflos aufgeben.

Ein Streik ist momentan ausgeschlossen, begründet Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach gestern auf einer Belegschaftsversammlung. Das Unternehmen soll wissen, dass es in Deutschland verlässliche Mitarbeiter hat. Dennoch möchten die über 2000 Angestellten des bochumer Werks ihren Arbeitsplatz nicht einfach aufgeben: “Wir halten am Standort fest”, meint Achenbach. Am 10. Februar soll eine Menschenkette die Produktionsstätte umschließen, schreibt die Financial Times Deutschland. Zudem möchte sich der deutsche Betriebsrat auf internationaler Ebene mit anderen Betriebsräten kurzschließen um über ein gemeinsames Vorgehen zu beraten: “In Finnland herrscht die gleiche Angst vor einer Schließung, weil die Kostenstruktur ganz ähnlich ist wie in Bochum”, begründet die Betriebsratsvorsitzende.

Nachdem das finnische Unternehmen vorletzte Woche die Schließung der bochumer Fertigungsstätte bestätigte herrscht unter den Angestellten Panik. Besonders kritisch zeigen sich Marktexperten: Das hochprofitable Werk wäre alles andere als gefährdet und der Umzug nach Rumänien unnötig, tönt es aus Unternehmensnahmen Kreisen. Auch wird die Schließung des Werkes mit einigen hundert Millionen Euro für Nokia kein billiges Unterfangen. Noch schlimmer: Nach Umfragen des Nachrichtensenders n-tv planen über Dreiviertel der Befragten Nokia-Produkte zukünftig zu boykottieren. (mr)

Bild: Nokia

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen