Apple in Russland: Fast wie Napoleon

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Ein PR-Debakel vom Feinsten soll der US-Konzern bei dem Versuch hingelegt haben, den Moskowitern die Segnungen der Produkte aus Cupertino näher zu bringen.

Der russische Journalist (und Mac-User) Alex Patsay berichtet in seinem Blog von einer Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung des Moskauer Büros, die die sensiblen russischen Seelen bis ins Mark getroffen zu haben scheint.

Das begann damit, dass Apple bei der Produktvorstellung offenbar davon ausging, es in erster Linie mit Ölmillionären und/oder Mafia-Bossen zu tun zu haben, und sich daher einen satten Preisaufschlag gönnte. Das MacBook Air etwa wurde statt für 3.098 US-Dollar für umgerechnet 5.000 Dollar präsentiert, der 16GB-iPod sollte statt 399 Dollar 710 kosten – angesichts des russischen Durchschnittsgehalts von etwa 300 Dollar keine Kleinigkeit.

Dass das MacBook Air trotz des Aufpreises keine kyrillische Tastatur bekommt, grämte den braven Blogger aber nicht so sehr wie das finale Beispiel Apple’scher Arroganz: Auf die Frage, wie man denn seinen iPod ohne iTunes upgraden solle (in Russland gibt’s den Shop nicht), erhielt der Frager zur Antwort, er solle sich doch einfach einen neuen kaufen.

Sieht so aus, als würden auf die Mitarbeiter in dem frostigen Außenposten lange, einsame, wodkagetränkte Tage und Nächte warten – aber andererseits hat es ja auch gewisse Vorteile für die Firmenkultur, wenn man unbotsamen Beschäftigten mit der Strafversetzung in die Kolonien drohen kann. [Nick Farrell / gk]

The Inquirer UK

Blog von Alex Patsay