VoIP-Lauschangriff in Bayern

Big DataData & StorageNetzwerkePolitikRechtSicherheitSicherheitsmanagementVoIP

Ein Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz belegt, dass das LKA im Freistaat bereits wiederholt mithilfe einer Schnüffelsoftware Skype-Telefonate belauscht hat.

In dem Schreiben (PDF), das der Piratenpartei Deutschland zugespielt wurde, erkundigt sich das Bayerische Staatsministerium der Justiz nach der Aufteilung von Kosten für eine Überwachung von VoIP-Telefonaten. Die sei bisher durch eine externe Firma durchgeführt worden und würde mit 3500 Euro pro Monat pro Maßnahme zu Buche schlagen. Dazu kämen 2500 Euro für die Installation der »Skype Capture« genannten Schnüffelsoftware, mit der man – für 2500 Euro pro Monat – auch SSL-Vebrindungen entschlüsseln könne, um etwa auf Daten von Webmail-Diensten, Online-Banking und Chatprotokolle zuzugreifen.

Das Schreiben ist bislang unbestätigt, deutet aber an, dass das Bayerische LKA bereits eine Software einsetzt, die Fähigkeiten des umstrittenen Bundestrojaners besitzt. Die Software wurde bisher offenbar direkt auf den zu überwachenden PCs installiert oder es wurde versucht, sie dem Verdächtigen via Mail als Dateianhang unterzuschieben.

Bei der Piratenpartei hält man die in dem Dokument genannten Preise für die VoIP-Überwachung für »Dumpingpreise«. Diese würden sich nur rentieren, wenn man die Software massenhaft einsetzen würde – entweder sei dies bereits von der bayerischen Justiz geplant oder die Firma würde ihre Schnüffelsoftware auch an andere Dienste verkaufen, was katastrophale Folgen für die Sicherheit der Polizei, der Überwachten und die Beweise hätte. (dd)

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen