Icann verabschiedet Unabhängigkeitserklärung

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Das kannten die Mächtigen der USA historisch nur andersrum: Die Aufseher übers Internet setzen sich von ihren Herrschern ab und wollen künftig nach eigenem Gutdünken entscheiden.

Seit ewigen Zeiten galt Icann als verlängerter Arm der US-Interessen im Internet, und jegliches Aufbegehren dagegen wurde niedergebügelt. Dass das für Icann zuständige US-Wirtschaftsministerium schließlich doch eine Liste von Bedingungen vorlegte, unter denen die Organisation in die Unabhängigkeit entlassen werden könnte, galt vielen Kritikern als reines Ablenkungsmanöver.

Jetzt allerdings hat Icann-Präsident Paul Twomey gegenüber der BBC erklärt, dass man die genannten Ziele erreicht habe, was bedeutet, dass es zum Schwur kommt – im März findet ein entscheidendes Treffen mit dem US-Wirtschaftsministerium statt. Twomey selbst befürchtet offenbar, dass Icann dann noch ein paar Ringe zum Durchspringen präsentiert werden, und erklärt, es sei jetzt Zeit, nach vorne zu denken – schön gesagt, aber solange das Handeln der amerikanischen Regierung bei allem, was mit Daten, Internet etc. zu tun hat, von einer gepflegten Paranoia geprägt ist, darf man eher mit einem Konflikt rechnen. [gk]

BBC News