CorelDraw Graphics Suite X4
Bunter Grafik-Ballon für Design-Profis

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Eine für alles – alles in einem. Mit Version X4 der Graphics Suite beweist Corel, dass sich Illustration, Bildbearbeitung und Designlayout sinnvoll und gut bedienbar in einem Software-Paket unterbringen lassen. Große Überraschungen erleben Anwender zwar nicht, dafür aber durchweg praxisorientierte Ergänzungen und Überarbeitungen, die den Arbeitsalltag von Designern und Grafikprofis erleichtern.

Aufgeräumtes Komplettpaket

CorelDraw Graphics Suite X4

Die Graphics Suite X4 mit ihren Kernapplikationen CorelDraw X4 und PhotoPaint X4 wendet sich zwar vor allem an Design- und Grafik-Profis, bleibt aber trotz vielfältiger Funktionen immer gut bedienbar. Damit eignet sich die Suite auch für freiberufliche Einsteiger, die eine günstigere Alternative zu teureren Standardapplikationen suchen. Denn das Erstellen von vektorbasierten Illustrationen und Logos, sei es frei Hand oder mit PowerTrace aus einer Bitmap-Grafik generiert, erlaubt CorelDraw ebenso wie das Layout komplexer mehrseitiger Dokumente, etwa für Broschüren und Kataloge. Für die wichtigsten Bildbearbeitungsfunktionen sorgt PhotoPaint inklusive RAW-Unterstützung für 300 Kameras, Histogramme, Farbmanagement, Farbseparation, Filter, Effekte und Animation. Bildschirminhalte holt CorelCapture X4 schnell und flexibel in den Arbeitsbereich, sei es rechteckig, elliptisch oder frei Hand.

Der Startbildschirm der Graphics Suite X4 weist den schnellen Weg zu neuen Projekten und Expertentipps. ((Ins Bild klicken für größere Ansicht.))

Neue Version – neues Gesicht: Die Überarbeitung der Benutzeroberfläche hat CorelDraw und PhotoPaint gut getan. Die beiden Kernapplikationen der Graphics Suite besitzen einen gut strukturierten Arbeitsbereich mit Werkzeugleiste (links), Menüs und Werkzeugoptionen (oben) sowie Paletten für Farben, Objekte und Hilfe (rechts). Die Arbeitsfläche bleibt immer groß genug für übersichtliches Gestalten. Dank Registerstruktur klicken sich Grafiklayouter schnell durch mehrseitige Dokumente.

Der neue Willkommensbildschirm – gestaltet wie ein kleines Handbuch – bietet Optionen zum Schnellstart, Informationen über die neuen Features, Lernwerkzeuge wie Videotutorials, den Lernassistenten CorelTutor, Expertentipps sowie weitere Tipps und Tricks. Corel verspricht, diese regelmäßig durch Online-Updates zu erweitern.

Damit Designer schnell durchstarten können, enthält CorelDraw immerhin 80 Vorlagen, aus denen sich binnen weniger Minuten eigene Anzeigen, Broschüren, Prospekte, Visitenkarten oder Briefköpfe gestalten lassen. Die Dateien eignen sich vor allem für Einsteiger, die damit zu schnellen Erfolgen kommen.

Keine Angst vor leeren Blättern: Anwender wählen aus 80 Designvorlagen, um schnell vorhandene Projekte zu bearbeiten und an eigene Bedürfnisse anzupassen. ((Ins Bild klicken für größere Ansicht.))


Neue Features im Detail

CorelDraw Graphics Suite X4

In Version X4 ist CorelDraw spürbar flexibler geworden: Das Arbeiten mit mehrseitigen Dokumenten erleichtert die Verwaltung eigener Ebeneninhalte für jede einzelne Seite. Daneben zeigt sich der Import/Export von programmfremden Dateien erweitert. So unterstützt Draw jetzt die Formate Illustrator CS3, Photoshop CS3, PDF 1.7 und PDF/A sowie Word 2007, Publisher 2007 und AutoCAD DXF/DWG 2007.

Aufgeräumte Oberfläche, aufgeräumte Ebenen: In CoreDraw X4 lassen sich Ebenen endlich individuell je Dokumentenseite befüllen. ((Ins Bild klicken für größere Ansicht.))

Keine Angst mehr vor RAW-Formaten: PhotoPaint versteht sich mit rund 300 Kameras, wenn es um den Import von RAW-Dateien geht. Hilfreich ist dabei die (beinahe) Echtzeit-Vorschau aller Anpassungen, etwa Farben, Tonwerten und Helligkeit. Die Bildschirmteilung ermöglicht den direkten Vorher-Nachher-Vergleich. Auf Wunsch zeigt PhotoPaint zusätzliche Histogramme, die bei der präzisen Bildkontrolle helfen. Bei der Konvertierung von Farb- in Schwarzweiß-Fotos erzielen Anwender dramatischere Effekte, indem sie die Konvertierung für jeden Kanal einzeln steuern.

X4-Grafiker müssen jetzt auch nicht mehr allein vor sich hinarbeiten. Die integrierte Funktion ConceptShare erlaubt die Teamarbeit im Web für Kommentar- und Freigabeprozesse. Die kostenlose Nutzung bietet einen Kontomanager und zwei Online-Arbeitsbereiche mit je drei Konzepten für unbegrenzt viele Anwender. Der Webspace für den Upload von Nutzerdaten ist auf magere 5 MByte begrenzt. Wer mehr will, muss dafür zwischen 20 und 200 Dollar pro Monat bezahlen.


Kleine, aber nützliche Neuerungen

CorelDraw Graphics Suite X4

Text in Grafikdesigns verursacht in Draw keine Schmerzen mehr. Intuitiv lassen sich Texte einfügen, bearbeiten, drehen und umformatieren. Die Echtzeitvorschau zeigt, wie sich die gewünschte Änderung auswirkt, bevor der Anwender diese aktiviert. Mengentexte horizontal und vertikal zu spiegeln funktioniert in Draw X4 auf Knopfdruck. Wer herausfinden muss, welche Schriftart zum Beispiel eine Webseite verwendet, bekommt jetzt mit der Funktion WhatTheFont, dem integrierten Webservice von MyFont.com, einfachste Hilfe. Nachdem der Text als Grafiksnapshot vorliegt, aktiviert der Anwender WhatTheFont, markiert eine bis zu 25 Zeichen lange Textstelle und der Onlinedienst ermittelt die Schriftart sowie verwandte Schriften.

Die Textfunktionen inklusive Echtzeitvorschau machen das Schreiben in Grafikdesigns zum Kinderspiel. ((Ins Bild klicken für größere Ansicht.))

Strukturierte Layouts zum Beispiel für Kataloge lassen sich mit der neuen interaktiven Tabellenfunktion schnell erstellen. Die ganze Tabelle sowie einzelne Zellen sind leicht den eigenen Bedürfnissen nach Größe, Ausrichtung, Bild- und Textinhalt anzupassen sowie zu im- und exportieren.

Für die Vektorisierung von Bitmap-Grafiken gibt es jetzt eine Mittellinienkonvertierung. Damit erstellen Anwender einfache Vektor-Strichzeichnungen aus Pixelbildern oder Vorlagen für feine Gravuren. Für Gravuren beinhaltet die Suite zusätzlich spezielle Fonts. Insgesamt spendiert Corel der GraphicsSuite 10.000 Cliparts und Bilder (davon 4000 neu) sowie 1000 neue hoch aufgelöste und qualitativ hochwertige Fotos, 1000 OpenType-Schriften und 80 Projekt-Vorlagen, deren Qualität von simpel bis geschmackvoll reicht. Sämtliche Medieninhalte sind auch für den kommerziellen Einsatz lizenziert.

Mit PowerTrace werden aus Bitmap-Grafiken schnell Vektorformen. Mit dem gelungenen Optionsmenü können Anwender Komplexität, Genauigkeit und Farbumfang der Vektor-Illustration gut steuern. ((Ins Bild klicken für größere Ansicht.))

Selten geworden in heutigen Software-Paketen sind gute Dokumentationen. Die GraphicsSuite X4 kommt – ganz unzeitgemäß – mit einem knapp 600seitigen Handbuch, das verständlich geschrieben, sauber gelayoutet und gut illustriert ist. Hinzu kommt eine Broschüre mit Expertentipps, ein Katalog mit den Medieninhalten (Cliparts, Fotos usw.), ein Programming Guide für VBA sowie ein zweistündiges Videotutorial auf DVD. Für die gestestete Version im Status Gold Master standen jedoch nur die PDF-Versionen der Handbücher zur Verfüg
ung. Die Graphics-Suite-Box wird auch gedruckte Handbücher beinhalten.


Fazit

CorelDraw Graphics Suite X4

Vielfältige Funktionen für Illustration, Layout und Bildbearbeitung kombiniert mit guter Bedienung und gelungenen Handbüchern und Hilfen machen die GraphicsSuite X4 zu einem sehr guten Komplettpaket für Grafikdesigner. Im Test lief die Gold-Master-Version unter Vista auf einem 2-Ghz-Core-2-Duo-Notebook mit 2 GByte RAM performant und stabil. Die funktionalen Neuerungen sind keine Spielereien, sondern durchweg sinnvoll und praxisorientiert. Besitzer der Vorgängerversion müssen jedoch nicht unbedingt upgraden. Wer über eine Neuanschaffung nachdenkt, darf bei einem zu erwartenden Straßenpreis um 550 Euro (Listenpreis: 630 Euro) von einem hervorragenden Preisleistungsverhältnis ausgehen.

Die GraphicsSuite X4 wird laut Corel voraussichtlich ab 12.2.2008 allgemein verfügbar sein. Eine native MacOS-Version ist nicht geplant. Corel verspricht jedoch eine vollständige Kompatibilität mit Bootcamp (Windows unter MacOS).

GraphicsSuite X4
Hersteller: Corel
Internet: www.corel.com
Preis: 630 Euro, 320 Euro (Upgrade)

Note: sehr gut
Leistung (40%): sehr gut
Ausstattung (30%): sehr gut
Bedienung (30%): gut

Das ist neu
zertifiziert für Vista
neue Medieninhalte
unabhängige Ebeneninhalte je Dokumentseite
überarbeitete Benutzeroberfläche
Teamarbeit mit ConceptShare
Font-Detektiv WhatTheFont
erweiterter Format-Import/Export
erweiterte Textfunktionen
interaktive Tabellen
RAW-Unterstützung für 300 Kameras
Mittellinien-Vektorisierung

Systemvoraussetzungen
Betriebssysteme: Windows XP SP2/Vista (32 und 64 Bit)
Prozessor: Pentium III/800 MHz, AMD Athlon XP
Arbeitsspeicher: 512 MByte
Festplattenspeicher: 275 MByte, knapp 3 GByte für vollständige Installation